Angriff aus der Luft
Gefahr für Jogger und Radfahrer: Bussarde verteidigen ihr Revier

Erftstadt -

Wenn es um den Schutz ihrer Jungen geht, schalten viele Tiere auf Angriff - auch Bussarde. Das können Jogger zurzeit schmerzlich zu spüren bekommen. Denn die Vögel fühlen sich während ihrer Brutzeit durch die Läufer bedroht.

Dienstag, 30.05.2017, 07:47 Uhr aktualisiert: 30.05.2017, 08:55 Uhr
Mäusebussarde sehen in Läufern eine Gefahr für ihre Jungen.
Mäusebussarde sehen in Läufern eine Gefahr für ihre Jungen. Foto: Boris Roessler

Jogger sollten im Moment auf mögliche „Luftangriffe“ gefasst sein: Mäusebussarde verteidigen ihre Brutreviere und sehen in Läufern eine Gefahr für ihre Jungen. „Es trifft vor allem Jogger und Radfahrer, die bunte Kleidung und keine Kopfbedeckung tragen“, sagt Heinz Kowalski , stellvertretender NRW-Landesvorsitzender des Naturschutzbundes NABU . Meist handele es sich um Scheinangriffe, mit denen die Tiere den vermeintlichen Feind vertreiben wollten. In seltenen Fällen könne es vorkommen, dass sie mit ihren scharfen Krallen die Kopfhaut des Joggers streifen und verletzen.

„In der Regel ist für die Jogger das Erschrecken aber größer als die tatsächliche Gefahr“, sagte Bernd Jellinghaus , Vogelexperte beim NABU Ennepe-Ruhr-Kreis. „Die Bussarde kommen meist lautlos von hinten angeflogen, mit ausgefahrenen Krallen und ausgebreiteten Flügeln. Wenn jemand nicht damit rechnet, wirkt das schon sehr bedrohlich.“

Schilder warnen vor Bussarden

Erftstadt beispielsweise hat nun nach eigenen Angaben Warnschilder aufgestellt, nachdem mehrere Bürger Bussard-Attacken im Ortsteil Gymnich gemeldet hatten. Dort führten mehrere Wirtschaftswege, die bei Joggern beliebt sind, an Baumreihen entlang, in denen Greifvögel ihre Horste hätten, sagte eine Sprecherin. „Man muss sich klarmachen, dass es sich um ein normales Verhalten der Tiere handelt - sie wollen einfach ihre Jungen verteidigen.“ Auch in Warendorf gibt es einen solchen Warnhinweis,

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Was tun bei einem Angriff?

Wer von einem Bussard angegriffen wird, sollte am besten einen Gegenstand - etwa einen Stock oder eine Flasche - in die Höhe halten, rät der NABU. „Die Bussarde nehmen immer den höchsten Punkt ins Visier“, erläuterte Jellinghaus. Dann solle man sich ruhig und langsam entfernen - und den Bereich in den kommenden Wochen meiden. Wenn die Brutzeit ab Mitte Juni zu Ende gehe, würden die Bussarde wieder gelassener.

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