Projekt der Wohlfahrtsverbände
Behinderte wollen raus aus den Heimen

Düsseldorf -

In NRW leben derzeit etwa 45.000 Menschen mit Behinderungen in Wohnheimen. Ein gemeinsames Projekt der Wohlfahrtsverbände soll jetzt denen helfen, die lieber in einer eigenen Wohnung leben wollen.

Freitag, 02.06.2017, 20:06 Uhr

Viele Behinderte würden gern in den eigenen vier Wänden leben.
Viele Behinderte würden gern in den eigenen vier Wänden leben. Foto: dpa

Es ist eine Gratwanderung: Selbstbestimmt sollen behinderte Menschen leben können, auch wenn sie nicht selbstständig leben können. Das im November beschlossene Bundesteilhabegesetz räumt den Behinderten zwar das Wahlrecht ein, ob sie in einem Heim oder in einer eigenen Wohnung leben wollen. Es geht um sozialen Anschluss, um die Eingliederung ins gesellschaftliche Leben – so sieht es die UN-Behindertenrechtskonvention vor. Was das in der Praxis für die Betreuungseinrichtungen heißt, ist noch völlig unklar. Ebenso, welche Kosten das auslöst: In NRW leben derzeit etwa 45 000 Menschen mit Behinderungen in Wohnheimen. Viele – geschätzt 10 000 bis 20 000 Behinderte - würden gerne in eigene vier Wände umziehen, es fehlten aber passende Angebote, kritisierte am Freitag Günter Garbrecht , Vorsitzender der Stiftung Wohlfahrtspflege.

Welche Bedingungen erfüllt werden müssen, soll durch ein gemeinsames Projekt mit der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen, mit Bethel regional (Bielefeld), der Architektenkammer und der Uni-Klinik definiert werden. „Wir haben alle an einem Tisch, um ein konsensfähiges Modell zu entwickeln“, sagte Garbrecht. Insbesondere die Landschaftsverbände als Kostenträger sind daran interessiert.

Es geht um praktische Fragen, etwa wie sich eine 24-Stunden-Pflege organisieren und eben auch finanzieren lässt. Vor allem gehe es um die konkreten Wünsche der Betroffenen. Es gebe nur vereinzelte Wohnprojekte, die deren Ansprüchen genügen, sagte Bethel-Geschäftsführer Stefan Helling-Voß. „Wir wollen aber, dass diese Modelle auch zum Standard werden.“

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