Kriminalität
Medien: Anklage wegen Anschlag auf BVB-Mannschaftsbus

Vor viereinhalb Monaten detonierten Sprengsätze direkt neben dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund. Der Täter soll aus Geldgier gehandelt haben. Nun haben die Ermittler Medienberichten zufolge Anklage erhoben.

Dienstag, 29.08.2017, 11:08 Uhr

BVB-Bus.
BVB-Bus. Foto: Bernd Thissen

Dortmund (dpa) - Die Staatsanwaltschaft hat wegen des Sprengstoff-Anschlags auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund Medienberichten zufolge Anklage gegen den 28-Jährigen Sergej W. erhoben. Er solle sich wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten, berichteten «Süddeutsche Zeitung» und «Bild» am Dienstag. Von der Staatsanwaltschaft war dafür zunächst keine Bestätigung zu erhalten. Nach dpa-Informationen sollen Details aus der Anklage noch am Dienstag veröffentlicht werden.

Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus am 11. April wurden Abwehrspieler Marc Bartra und ein Polizist verletzt. Der Bus wollte gerade am Dortmunder Mannschaftshotel abfahren und die Spieler zum Champions-League-Viertelfinalspiel gegen AS Monaco bringen, als die Sprengsätze detonierten. Bartra erlitt einen Bruch der Speiche im rechten Handgelenk und fiel mehrere Wochen aus. Das Spiel wurde daraufhin um einen Tag verschoben. Einige Spieler des BVB berichteten auch Wochen nach dem Anschlag, dass sie die Erlebnisse noch nicht verarbeitet hätten.

Explosion in der Nähe des BVB-Mannschaftsbusses

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  • Trotzreaktion: Eine Besucherin am Dienstagabend im leeren Stadion.

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  • Der Mannschaftsbus des BVB wurde bei der Fahrt zum Champions-League-Viertelfinale gegen AS Monaco mit drei Sprengsätzen attackiert.

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  • Sven Bender und Nuri Sahin (v.l.) verfolgen mit ernster Miene den Polizeieinsatz.

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  • Wie geht es weiter? Der Trainer von Borussia Dortmund, Thomas Tuchel (2.v.r.), blickt auf sein Smartphone.

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  • Da war noch alles in Ordnung: Mitglieder der Fußball-Mannschaft von Borussia Dortmund und des Betreuerstabes stehen in der Nähe des Teamhotels „L‘Arivee“ um Trainer Thomas Tuchel herum.

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  • Kurz vor der Abfahrt zum Stadion: Spieler von Borussia Dortmund, darunter Pierre-Emerick Aubameyang (l) vor dem Mannschaftshotel.

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  • Der Bus von Borussia Dortmund steht mit einer beschädigten Scheibe an einer Straße in unmittelbarer Nähe des Mannschaftshotels.

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  • BVB-Verteidiger Marc Bartra, der hinten im Bus saß, und ein Polizist, der die Mannschaft auf einem Motorrad begleitete, wurden verletzt.

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  • Der Tatort wurde am Abend abgeriegelt.

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  • Eine Anzeigetafel im Stadion informiert über einen Vorfall mit dem Mannschaftsbus des BVB. 

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  • Die Fans versuchen über ihre Smartphones an mehr Informationen zu kommen oder Kontakt zu Familie und Freunden aufzunehmen.

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  • BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist die Sorge anzusehen: 15 Minuten vor dem geplanten Spielbeginn wird die Partie abgesagt.

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  • Im Stadion wird die Entscheidung verkündet: Das Spiel wird am Mittwoch um 18.45 Uhr nachgeholt.

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  • Schwere Stunden für den BVB: Stadionsprecher Norbert Dickel (l.) Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (r.) im Stadion.

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  • Gespenstische Szene: Im nahezu leeren Stadion legt die Mannschaft des AS Monaco gegen 21.30 Uhr noch eine Trainingseinheit ein.

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  • Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange bei einer Pressekonferenz am späten Abend: Wir gehen von einem gezielten Angriff auf den Bus der Dortmunder aus.

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  • Staatsanwältin Sandra Lücke erklärt, dass in der Nähe des Busses ein mögliches Bekennerschreiben gefunden wurde. „In dem Schreiben wird Verantwortung für Tat übernommen.“

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  • Die ganze Nacht hindurch wurde am Tatort nach Spuren gesucht.

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  • Die Sprengsätze waren nach ersten Erkenntnissen der Polizei in einer Hecke versteckt.

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  • Dortmund-Fans boten unter dem Hashtag #bedforawayfans Schlafplätze an. So auch BVB-Fan Stefan Kilmer (M.), der dieses Selfie mit Anhängern des AS Monaco bei Twitter postete.

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  • Am Mittwochmorgen wird das Mannschaftshotel des BVB von einem großen Polizeiaufgebot gesichert.

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  • Mit Maschinenpistolen bewachen Polizisten den Tatort.

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  • Das Nachholspiel am Mittwochabend wird unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen stattfinden. So dürfen keine Rucksäcke mit in den Signal-Iduna-Park genommen werden.

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  • Auch das Trainingsgelände des BVB steht am Mittwoch unter besonderer Bewachung.

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  • Ein ursprünglich für Mittwoch angesetztes öffentliches Training fällt aus.

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Nach dem Anschlag hatte zunächst die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Am Tatort waren drei Bekennerschreiben aufgetaucht, die den Verdacht auf islamistische Attentäter lenkten. Nach einigen Wochen waren die Ermittler überzeugt, dass nicht Islamisten für den Anschlag verantwortlich waren, sondern der 28-jährige Deutschrusse aus Rottenburg am Neckar bei Tübingen. Er soll aus Habgier gehandelt haben. Deshalb führte die Staatsanwaltschaft Dortmund die Ermittlungen weiter.

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Die Ermittler gingen davon aus, dass der Mann die Sprengsätze in einer Hecke versteckt und schließlich gezündet hat. Der Elektrotechniker soll nach früheren Angaben der Behörden an der Börse auf große Kursverluste der BVB-Aktie spekuliert haben. Am 21. April, zehn Tage nach der Tat, nahmen Ermittler ihn in Tübingen fest. Sie hatten ihn zuvor tagelang beobachtet. Er bestreitet nach früheren Angaben seines Anwalts die Tat.

Nun muss das Landgericht Dortmund entscheiden, ob es die Anklage zulässt und einen Prozess eröffnet. Es sei nicht damit zu rechnen, dass das Verfahren noch in diesem Jahr beginnen werde, berichtete die «Süddeutsche Zeitung».

 

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