G9-Gesetz in diesem Monat
Experten streiten um das richtige Tempo bei der Abkehr vom Turbo-Abitur in NRW

Düsseldorf -

Für die Rückkehr der Gymnasien zum ­regulären Abitur nach neun Jahren will die Landes­regierung noch in diesem Monat einen Gesetzentwurf auf den Weg bringen. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) werde ihn dem Kabinett in den kommenden ­Wochen vorlegen, bestätigte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag.

Freitag, 03.11.2017, 01:22 Uhr aktualisiert: 03.11.2017, 10:08 Uhr
G9
Die Landesregierung beschäftigt sich mit einem Gesetz zur Rückkehr zum ­regulären Abitur nach neun Jahren an Gymnasien. Foto: dpa

Anschließend erhalten Verbände die Gelegenheit, den Entwurf über die ­ flächendeckende Einführung des Abiturs nach neun Gymnasialjahren (G9) zu bewerten.

Der Landtag soll das endgültige Gesetz bis Sommer 2018 beschließen, damit es ab dem Schuljahr 2019/20 gilt. Als erste Jahrgänge würden die jetzt in den Klassen drei und vier unterrichteten Kinder profitieren.

Forderungen nach schnellerem Wechsel

Mit Forderungen nach einem schnelleren Wechsel für mehr Jahrgänge muss sich der Schulausschuss direkt nach Ende dieser Herbstferien auf Antrag der AfD befassen.

Vor einer Expertenanhörung zeichnet sich bereits eine breite Ablehnung einer schnelleren Umstellung ab, wie sie die Landeselternschaft und der Bielefelder Bildungsforscher Rainer Dollase fordern.

Warnung vor überstürztem Prozess

Die Gewerkschaft Erziehung- und Wissenschaft ( GEW ), die Westfälisch-Lippische Direktorenvereinigung der Gymnasien und die kommunalen Spitzenverbände warnen hingegen eindringlich vor einem überstürzten Prozess.

So mahnt der Städte- und Gemeindebund, um ein ausreichendes Raumangebot an den Schulen zu schaffen, brauchten die Kommunen ausreichenden Vorlauf.

Strittige Fragen

Auch die Umstellung der Lehrpläne kostet Zeit, zumal einige Fragen noch strittig sind.

Ein Rückgriff auf alte Lehrpläne und alte Lehr­bücher ist nicht sinnvoll.

Gewerkschaft Erziehung- und Wissenschaft (GEW)

Die GEW plädiert mit dem Verband Bildung und Erziehung sowie der Landeselternkonferenz dafür, die zweite Fremdsprache erst in der siebten Klasse zu beginnen, der Philologenverband will das in Stufe 6 vorziehen.

Strittig ist zudem, ob auch Gymnasiasten die zentrale Prüfung nach Klasse 10 am Ende der Sekundarstufe I ablegen müssen.

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