Gymnasien
Was man über die Rückkehr zu G9 wissen muss

Düsseldorf -

Die meisten Gymnasien in NRW kehren ab dem Schuljahr 2019/20 wieder zum Abitur nach neun Jahren (G9) zurück. Doch es gibt Ausnahmen. Was man über die Umstellung wissen muss: 

Mittwoch, 07.03.2018, 09:03 Uhr

Die Schüler und Lehrer in Nordrhein-Westfalen können sich auf eine längere Schulzeit bis zum Abitur einstellen. Ausnahmen gibt es nur wenige.
Die Schüler und Lehrer in Nordrhein-Westfalen können sich auf eine längere Schulzeit bis zum Abitur einstellen. Ausnahmen gibt es nur wenige. Foto: dpa

Aller Nachdruck hat nichts bewirkt: Lehrer und Eltern haben Städte und Gemeinden sowie Landkreise ins Boot geholt, alle wollten die Rückkehr der Gymnasien zu G9 ohne Ausnahme. Doch die schwarz-gelbe Landesregierung bleibt mit dem am Dienstag verabschiedeten Gesetzentwurf bei ihrem Modell. 

Ab dem Schuljahr 2019/20 sollen alle Gymnasiasten, die dann in den Klassen 5 und 6 unterrichtet werden, ihr Abitur erst nach neun statt bisher acht Jahren machen. Aber Ausnahmen sind weiter möglich.

Welche Schule kann am „Turbo-Abi“ festhalten?

Jedes Gymnasium hat nach den Sommerferien einmalig die Chance, sich gegen G9 zu entscheiden, wenn zwei Drittel der Schulkonferenz zustimmen. Der Schulträger kann das nur stoppen, wenn das die Schulplanung gefährdet. Gymnasien, die bei G8 bleiben, sagt Schulministerin Yvonne Gebauer zusätzliche Unterstützung zu. Die freien Träger können frei wählen. Die Ministerin erwartet, dass mehr als 90 Prozent der Gymnasien zu G9 wechseln.

Bringt G9 mehr freie Zeit?

„Eine Mehrheit der Menschen hier in NRW will ein Gymnasium mit hervorragender Bildung am Vormittag“, erklärt Gebauer. Für die Klassen 5 bis 10 werden zusammen 188 Wochenstunden vorgegeben, acht sind nicht verpflichtend. Das entspreche dem Wunsch nach mehr freier Zeit für Schüler an Nachmittagen.

► Was ändert sich noch?

Mit der Abkehr vom „Turbo-Abitur“ sollen Kinder die zweite Fremdsprache erst ab der siebten Klasse lernen.

►  Wie gestaltet sich der Übergang in die Oberstufe?

Am Ende der Klasse 10 müssen alle Gymnasiasten an G9-Schulen das zentrale Abschlussverfahren durchlaufen, mit dem sie den mittleren Schulabschluss in der Tasche haben. G8-Schüler haben diesen erst, wenn sie die Einführungsphase (Klasse 10) erfolgreich abschließen.

Was kostet die Umstellung?

Gebauer hält sich mit Zahlen noch zurück. Sie rechnet, dass bis zu 2200 Lehrer zusätzlich benötigt werden. Welche Kosten – etwa durch zusätzliche Klassenräume – auf die Kommunen zu kommen, soll ein in Kürze vorliegendes Gutachten aufzeigen. Das Land werde sich mit den Kommunen über den Belastungsausgleich verständigen, der mit dem Wechsel zu G9 fließe.

Wie reagiert die Opposition?

SPD und Grüne rügten, Gebauer schaffe mit dem Festhalten an Ausnahmen neue Unsicherheit und verlagere den Konflikt in die Kommunen. Nötig sei eine einheitliche Rückkehr zu G9. Den Kommunen müsse sie konkrete Finanzzusagen geben.

► Was ist der nächste Schritt?

Noch vor den Sommer­ferien soll der Landtag die Rückkehr zu G9 beschließen.

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