„Mamma Mia 2: Here we go again!“
Ein Land Rover aus dem Sauerland für die Filmstars

Eslohe -

„Im Land Rover ist es kalt, es zieht, es riecht nach Öl, es regnet rein – aber das Wasser läuft ja unten auch wieder raus.“ Was findet Ingo Hoffmann daran gut? „Das kannste nicht erklären, das musste wollen“, sagt er. Seit 15 Jahren schraubt der Sauerländer an urmelalten Stahlkarossen herum. Eins seiner Autos schafft es nun auf die ganz große Leinwand: Es spielt mit im Kinofilm „Mamma Mia 2: Here we go again!“ mit Superstars wie Meryl Streep, Pierce Brosnan, Amanda Seyfried und Colin Firth.

Dienstag, 03.04.2018, 09:50 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 03.04.2018, 09:45 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 03.04.2018, 09:50 Uhr
Mit diesem Land Rover, Modell „Serie 3“, fing vor 15 Jahren alles an. Anderthalb Jahre lang hat Ingo Hoffmann daran geschraubt, vieles ist an der alten Kiste heute wie neu. Aber das echte Fahrgefühl ist geblieben.
Mit diesem Land Rover, Modell „Serie 3“, fing vor 15 Jahren alles an. Anderthalb Jahre lang hat Ingo Hoffmann daran geschraubt, vieles ist an der alten Kiste heute wie neu. Aber das echte Fahrgefühl ist geblieben. Foto: Gunnar A. Pier

Wenn Ingo Hoffmann das Rolltor seiner Garage in ­Eslohe hochschiebt, steht er vor einer monströsen Motorhaube. Das ist sein erster „Landy“, Modell „Serie 3“, Baujahr 1978, 2,25-Liter-Benzinmotor mit 73 PS. „Den habe ich 2003 gekauft“, erinnert sich der 43-Jährige. Warum? Schwer zu sagen. Seit er als Kind die Engländer im Manöver mit Land Rovers rumfahren sah, schwärmt er für die legendären Kisten.

Vor 15 Jahren kaufte er für 4300 Euro seinen ersten „Landy“. „Ich hatte null Ahnung.“ Trotzdem hat Hoffmann ihn komplett zerlegt und dann neu aufgebaut. Anleitungen aus dem Internet reichten dem Elektrikermeister und passionierten Handwerker: „Das ist eine ganz einfache Technik.“ Da wird noch gehämmert und geschraubt, nicht mit dem Computer der Fehlercode ausgelesen. „Einen Land Rover kannste mit einer Hand voll Poppnieten wieder fertig­machen.“ Als Hoffmann mal liegengeblieben ist und kein Gas mehr geben konnte, fand er heraus, dass er einen Splint verloren hatte. Er entdeckte ihn auf der Straße, steckte ihn wieder rein und fuhr weiter.

Besuch bei Land-Rover-Fan Ingo Hoffmann

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  • In der Werkstatt von Ingo Hoffmann ist es eng. Neben seinem Land Rover "Serie 2" steht noch ein weiterer, total zerlegter "Landy".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • In Eslohe, Sauerland, gehören Land Rover sonst nicht zum Straßenbild. Doch dieser "Serie 3" wohnt seit 15 Jahren bei Ingo Hoffmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Einfache Technik . . .

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Als Camping-Fahrzeug ist Hoffmanns "Landy" bestens geeignet.

    Foto: Ingo Hoffmann
  • Aufs Wesentliche reduziert: Ein Land Rover ohne Karosserie.

    Foto: Ingo Hoffmann
  • Wie man diese Kultautos repariert, hat Ingo Hoffmann sich selbst beigebracht.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Aufs Wesentliche reduziert: Ein Land Rover ohne Karosserie.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Abschied in Eslohe: Ein gewisser Billy aus England lud Ingo Hoffmanns Land Rover auf seinen Anhänger und fuhr ihn nach England.

    Foto: Ingo Hoffmann
  • In der Werkstatt von Ingo Hoffmann ist es eng. Neben seinem Land Rover "Serie 2" steht noch ein weiterer, total zerlegter "Landy".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Aufs Wesentliche reduziert: Ein Land Rover ohne Karosserie.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ingo Hoffmanns Land Rover "Serie 3".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ingo Hoffmanns Land Rover "Serie 3".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ingo Hoffmann

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Ingo Hoffmann
  • Foto: Ingo Hoffmann
  • Foto: Ingo Hoffmann
  • Abschied in Eslohe: Ein gewisser Billy aus England lud Ingo Hoffmanns Land Rover auf seinen Anhänger und fuhr ihn nach England.

    Foto: Ingo Hoffmann

Dann kam der zweite Land Rover

Anderthalb Jahre schraubte der Sauerländer an seinem ersten Oldtimer – dann kam der nächste dazu. Die Annonce hatte er zufällig gesehen und dann kurz entschlossen zugeschlagen. Drei Jahre bastelte er an diesem Gefährt, dann kam plötzlich noch ein dritter „Landy“ auf den Hof. „Ich habe überlegt: Was machste jetzt?“ Hoffmann bot einen im Internet an. Um 23 Uhr.

Trailer: „Mamma Mia 2: Here we go again!“

Viele Interessenten

Schon am nächsten Morgen stand das Telefon nicht still. Unter den Interessenten: ein Engländer. „Ich hab nur mein Schulenglisch“, gesteht Hoffmann. Deshalb waren die Verhandlungen schwierig. Der Käufer wollte irgendwas überweisen, das war dem Verkäufer suspekt. „,Only cash on the table!‘, habe ich ihm gesagt.“

Das war der erste: Ingo Hoffmanns Land Rover "Serie 3".

Das war der erste: Ingo Hoffmanns Land Rover "Serie 3". Foto: Gunnar A. Pier

Ein gewisser Billy aus England holt den "Landy" ab

Ein paar Tage später stand tatsächlich ein gewisser Billy aus England vor der Haustür in Eslohe. Er zählte Bargeld auf den Tisch, lud den „Landy“ auf den Anhänger und fuhr damit in die eigentliche Heimat aller Land Rover – und vor allem zu einem besonderen Einsatz.

Abschied in Eslohe: Ein gewisser Billy aus England lud Ingo Hoffmanns Land Rover auf seinen Anhänger und fuhr ihn nach England.

Abschied in Eslohe: Ein gewisser Billy aus England lud Ingo Hoffmanns Land Rover auf seinen Anhänger und fuhr ihn nach England. Foto: Ingo Hoffmann

Wiedersehen auf der Kino-Leinwand

Inzwischen weiß Ingo Hoffmann, dass er sein Schätzchen einer Filmfirma verkauft hat. Die plante den zweiten Teil des Abba-Musical-Streifens „Mamma Mia“ und brauchte genau den gleichen Land Rover, der schon im ersten Film mitspielt. Das Original gehört inzwischen einem Griechen, der den Wagen nicht raus­rücken will. Deshalb musste die Karosse aus Eslohe geholt werden. Die wurde umlackiert und das Dach abgebaut („nur ein paar Schrauben ...“). Der erste Filmtrailer kursiert bereits – mit Hoffmanns Auto im Bild. Ende Juli soll der Film in den ­Kinos anlaufen. „Mir war klar: Das passiert dir nur ­einmal im Leben.“

„Mamma Mia 2: Here we go again!“

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  • Wiedersehen auf der Leinwand: Im Trailer zum Kinofilm „Mamma Mia 2: Here we go again!“ ist der „Landy“ bereits zu sehen – umlackiert und ohne Dach.

    Foto: Universal Pictures
  • Foto: Universal Pictures
  • Foto: Universal Pictures
  • Foto: Universal Pictures
  • Foto: Universal Pictures
  • Foto: Universal Pictures
  • Foto: Universal Pictures
  • Foto: Universal Pictures
  • Foto: Universal Pictures

Der nächste Land Rover

Ein neuer, alter „Landy“ in der Garage – das passiert hingegen öfter. Hoffmann hat jetzt noch seinen ersten, mit dem fährt er auch zur Arbeit. In der anderen Ga­rage steht ein halb fertiger, „Serie 2“, das Modell aus „Daktari“. Und dann ist da noch einer, total zerlegt, zu sehen ist nur das Gestell.

Da wartet noch viel Arbeit. Das muss man wollen.

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