Studentisches Wohnen
Vor Semesterbeginn schon Tausende Studenten auf Wohnungssuche

Aachen/Münster -

Wenn die Zusagen für das kommende Wintersemester ankommen, beginnt die Wohnungssuche der Studenten. Tausende sind bereits unterwegs. Verschiedene Projekte versuchen, das Angebot zu vergrößern.

Donnerstag, 02.08.2018, 11:05 Uhr
Studentisches Wohnen: Vor Semesterbeginn schon Tausende Studenten auf Wohnungssuche
Für die Wohnanlage am Gescherweg in Gievenbeck können sich Studierende erst wieder ab 2020 bewerben. Sie wird bis dahin saniert. Dadurch fallen mehrere Hundert Wohnheimplätze in Münster weg. Foto: mfk

In Nordrhein-Westfalen sind bereits zwei Monate vor Semesterbeginn an den Hochschulen Tausende Studenten auf Wohnungssuche. Allein an der RWTH Aachen suchen nach Angaben des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (Asta) schon jetzt mehr als 6500 Studenten eine Unterkunft. In dieser Zahl sind die Studienanfänger, die im Wintersemester nach Aachen kommen, noch gar nicht enthalten. „Wer Anfang August schon eine Zusage erhalten hat, sollte sich schnellstmöglich entscheiden und eine Wohnung suchen“, rät deshalb ein Asta-Sprecher.

Zwei Studentenwohnheime werden saniert

Auch in anderen Städten sieht die Situation nicht besser aus. Besonders angespannt ist die Lage in Münster: „Das Problem in Münster ist, dass gerade zwei Studentenwohnheime saniert werden“, sagt Achim Wiese , stellvertretender Geschäftsführer des Studierendenwerks Münster. Die zwei Heime haben zusammen etwas mehr als 1000 Apartments. Sie werden zwar nicht alle gleichzeitig saniert, aber in dem größten Wohnheim mit knapp 720 Apartments müssen schon zum August zwei Drittel der Wohnungen geräumt werden.

Zahl der Studenten nimmt zu

Ohnehin steigt seit Jahren die Zahl der Studenten in NRW. Sie nimmt nach Angaben des Statistischen Landesamts von Jahr zu Jahr zu. Im Wintersemester 2016/2017 gab es landesweit mehr als 768.000 Studenten, so viel wie noch nie.

Der erste Boom der Wohnungssuchenden beginnt ab Mitte August, aber richtig schlimm wird es erst zum 1. Oktober, da sich die Studierenden dann wirklich für einen Studienplatz entscheiden.

Achim Wiese

Erstaufnahmestellen als Notunterkünfte

In Münster könnten deshalb ehemalige Kasernen , die als Erstaufnahmestellen für Flüchtlinge gedacht waren, als Notunterkünfte genutzt werden. Die entsprechende Gremiumssitzung findet am 28. August statt, sagt Achim Wiese. Insgesamt würden hier 240 Schlafplätze zur Verfügung stehen. Die Studenten sollen dort aber nur zeitweise untergebracht werden, bis sie etwas anderes finden, betont Wiese.

Projekt „Rotes Sofa“

Um die Wohnungsnot zu lindern, gibt es verschiedene Projekte an den Universitäten. In Münster zum Beispiel versucht das Studierendenwerk mit dem Projekt „Rotes Sofa“ vor allem Privatleute anzusprechen, die ein Zimmer in ihrer Wohnung frei haben. In Aachen vermittelt die Initiative „Extraraum“ ebenfalls Wohnungen von Aachener Bürgern an Studenten. Der AStA empfiehlt außerdem, sich auch in der Umgebung umzuschauen - die Aachener Universität sei dann zwar nicht mehr fußläufig zu erreichen, aber mit dem Bus brauche man nur 15 bis 20 Minuten.

Erstsemester in Münster: "Wohnungssuche ist eine Katastrophe"

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