Energie
Polizei rechnet mit tagelangem Einsatz im Hambacher Forst

Düsseldorf (dpa) - Die Polizei rechnet mit einem tagelangen und schwierigen Einsatz zur Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst. Sogenannte Höheninterventionsteams aus mehreren Bundesländern seien in dem Wald am Braunkohlerevier im Einsatz, um die rund 50 Baumhäuser in 20 bis 25 Meter Höhe zu räumen, sagte die Polizeichefin NRW, Daniela Lessmeister, am Donnerstag in Düsseldorf. Das könne «viele Tage dauern». Die nordrhein-westfälische Landesregierung schließt nicht aus, dass auch einzelne Bäume gefällt werden müssen, damit schweres Räumgerät eingesetzt werden kann.

Donnerstag, 13.09.2018, 12:22 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 13.09.2018, 12:15 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 13.09.2018, 12:22 Uhr
Polizeifahrzeuge stehen in der Nähe von Morschenich am Tagebau Hambach.
Polizeifahrzeuge stehen in der Nähe von Morschenich am Tagebau Hambach. Foto: Henning Kaiser

Massive Polizeikräfte begannen am Donnerstagmorgen damit, die symbolträchtigen Baumhäuser der Umweltaktivisten zu räumen. Das NRW-Bauministerium und die Polizei begründeten die Aktion mit fehlendem Brandschutz und akuter Gefahrenabwehr ähnlich wie bei den jüngsten Räumungen von Hochhäusern in Wuppertal oder Dortmund. «Der Brandschutz hat absoluten Vorrang, wenn es um Leib und Leben der Betroffenen geht», sagte Jan Heinisch, Staatssekretär im Bauministerium.

Die Räumung sei daher «getrennt» von der geplanten Rodung des Forstes durch den Energiekonzern RWE zu sehen. «Auch wenn der Wald nicht gerodet werden sollte, haben die Baumhäuser da nichts zu suchen und sofort zu verschwinden», sagte Lessmeister. Damit die teilweise mit Küchen, Strom und Heizung ausgestatteten Baumhäuser nicht wieder heimlich bezogen werden könnten, müssten sie zudem beseitigt werden.

Dass die teils seit Jahren bestehenden Baumhäuser so plötzlich geräumt würden, begründete das Ministerium mit einer rechtlichen Neubewertung, wonach die Häuser bauliche Anlagen darstellten und den Brandschutzanforderungen nicht genügten. Ein Aufschub der Räumung sei daher nicht zulässig.

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