Agrar
Schweinepest-Fall in Belgien: erhöhte Aufmerksamkeit in NRW

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach dem Tod zweier Wildschweine durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) im benachbarten Belgien wollen die zuständigen Behörden in NRW die Grenzregionen verstärkt beobachten. Hinweisschilder an Rastplätzen entlang den Autobahnen sollen zur korrekten Müllentsorgung aufmerksam machen, da das Virus auch durch Speisereste übertragen werden kann, teilte das NRW-Umweltministerium am Freitag mit. Wer ein totes Wildschwein findet, soll das beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) melden.

Freitag, 14.09.2018, 17:52 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 14.09.2018, 17:38 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 14.09.2018, 17:52 Uhr
Eine Tafel informiert in verschiedenen Sprachen an einer Autobahn über die Schweinepest.
Eine Tafel informiert in verschiedenen Sprachen an einer Autobahn über die Schweinepest. Foto: Jens Büttner

«Die Lage nehmen wir sehr ernst, die Afrikanische Schweinepest rückt immer näher», sagte Ministerin Ursula Heinen-Esser ( CDU) in einer Mitteilung. Der Fundort der beiden toten Tiere in Belgien liegt den Angaben zufolge rund 120 Kilometer von Nordrhein-Westfalen entfernt. Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die ausschließlich Schweine - Wild- und Hausschweine - befällt und für sie tödlich sein kann. Eine Impfung gegen die Schweinepest gibt es nicht für die Tiere. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Die regionalen Bauernverbände warnen vor möglichen drastischen wirtschaftlichen Folgen bei einer Ausbreitung. «Ein Ausbruch der ASP in Deutschland hätte massive Auswirkungen auf die Betriebe. Handelssperren und damit unmittelbar verbundene erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen seien zu befürchten», heißt es in einer Mitteilung des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes. Für die Schweinehalter könne die ASP existenzbedrohend sein, da ein Ausbruch den Export von deutschem Schweinefleisch in Länder außerhalb der EU unmöglich machen würde, erklärte der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband. «Die Folge wäre ein Preisverfall mit verheerenden Konsequenzen für viele Betriebe.» Bisher gibt es noch keinen bekannten Fall in Deutschland. Nach Verbandsangaben werden in Nordrhein-Westfalen rund sieben Millionen Schweine in knapp 7000 Betrieben gehalten.

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