Energie
Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst geht weiter

Nach dem Tod eines Journalisten galt im Braunkohlerevier Hambacher Forst fünf Tage lang ein Räumungsmoratorium. Nun rücken die Behörden wieder mit einem massiven Polizeiaufgebot vor. Die Baumbesetzer sind entrüstet.

Montag, 24.09.2018, 11:57 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 24.09.2018, 11:45 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 24.09.2018, 11:57 Uhr
Ein Baumhaus im Hambacher Forst.
Ein Baumhaus im Hambacher Forst. Foto: Oliver Berg

Kerpen (dpa/lnw) - Im Braunkohlerevier Hambacher Forst setzen die Behörden die Räumung von Baumhäusern der Aktivisten fort. Nach Angaben des NRW-Innenministeriums wurden am Montag die ersten Räumungsverfügungen nach dem mehrtägigen Moratorium ausgesprochen. Nach dem Unfalltod eines 27 Jahre alten Journalisten hatte die Landesregierung die Räumung der Baumhütten am vergangenen Mittwoch vorerst gestoppt.

Der 27-Jährige war in dem seit Jahren von Aktivisten besetzt gehaltenen Waldgebiet zwischen Köln und Aachen durch die Bretter einer mindestens 15 Meter hohen Hängebrücke gebrochen, die zwischen zwei Baumhäusern gespannt war. Er starb noch am Unglücksort. Die Landesregierung stoppte daraufhin die bis dahin laufende Räumung der Baumhütten im Wald. Sie betonte aber auch, dass es sich nur um einen vorübergehenden Räumungsstopp handele.

Räumung im Hambacher Forst

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  • Mehrere Demonstranten stehen mit Transparenten und Schildern auf der Aktion „Trecker gegen Braunkohle“ von der Organisation „Campact“ vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Die Aktivisten protestieren vor der heutigen Sitzung der Kohlekommission gegen die Abholzung durch RWE im Hambacher Forst und fordern den sofortigen Kohleausstieg.

    Foto: Fabian Sommer
  • Mehrere Traktoren der Aktion „Trecker gegen Braunkohle“ von der Organisation „Campact“.

    Foto: Fabian Sommer
  • Polizisten stehen Aktivisten im Hambacher Forst gegenüber.

    Foto: Arnulf Stoffel
  • Eine Umweltaktivisten hängt unter einem Baumhaus am Seil.

    Foto: Oliver Berg
  • Hinter einem Protestkamp steht eine Braunhohlebagger.

    Foto: Oliver Berg
  • Polizisten begleiten nach der Räumung eines Baumhauses eine Aktivistin (2.v.r) aus einem Hubwagen.

    Foto: Oliver Berg
  • Ein Bagger gräbt im Hambacher Forst an einer Stelle, an der zuvor ein Baumhaus von Aktivisten geräumt und abgerissen wurde.

    Foto: Marcel Kusch
  • Teilnehmer einer Demonstration stehen im Hambacher Forst einer Reihe von Polizisten gegenüber. Mehrere tausend Menschen protestieren gegen die Rodung des Waldes.

    Foto: Henning Kaiser
  • Demonstrationen von mehreren tausend Braunkohlegegnern haben die weitere Räumung des Hambacher Forstes am Wochenende nicht stoppen können.

    Foto: Henning Kaiser
  • Teilnehmer einer Demonstration gegen die Rodung des Hambacher Forsts versuchen über einen Wall in den Wald zu kommen und werden von der Polizei gehalten.

    Foto: Christophe Gateau
  • Ein Teilnehmer einer Demonstration gegen die Rodung des Waldes wird von der Polizei am Hambacher Forst festgehalten, nachdem er versucht hat eine Polizeikette durchzubrechen.

    Foto: Henning Kaiser
  • Teilnehmer einer Demonstration tragen Baumsetzlinge die sie auf dem gerodeten Teil des Forstes anpflanzen wollen. Die Demonstranten konnten nur über Äcker und Wege am Rande des Waldes laufen.

    Foto: Henning Kaiser
  • Polizisten stehen nachts im Hambacher Forst.

    Foto: Christophe Gateau
  • Ein Bagger fährt durch den Hambacher Forst.

    Foto: Christophe Gateau
  • Teilnehmer einer Demonstration gegen die Räumung und die geplante Rodung des Hambacher Forstes, die vorbei an den Polizeiketten in den Hambacher Forst gekommen sind, halten in der Nähe des Baumhausdorfes «Oaktown» eine Kundgebung ab. Eine Demonstrantin zeigt ein Schild mit den Worten «Hambi bleibt!».

    Foto: Henning Kaiser
  • Polizisten verhindern das Eindringen von Demonstranten in das „Gefahrengebiet Hambacher Forst“, in dem die Räumung von Baumhäusern der Braunkohlegegner fortgesetzt wird.

    Foto: Jana Bauch
  • Feuerwehrleute sind an einer Hütte im Hambacher Forst im Einsatz. In der Hütte soll sich noch mindestens eine Person seit über 24 Stunden verschanzt haben.

    Foto: Christophe Gateau
  • Polizisten auf Pferden verhindern das Eindringen von Demonstranten.

    Foto: Henning Kaiser
  • Polizei und Demonstranten.

    Foto: Henning Kaiser
  • Aktivisten hängen an einer Anlage auf dem Gelände des Braunkohlekraftwerks Niederaußem. Mit ihrer Aktion wollen sie den Protest im Hambacher Forst unterstützen.

    Foto: Henning Kaiser
  • Ein Polizist steht im Hambacher Forst vor einem von Aktivisten gebauten Haus. Eine Nebelgranate ist vorher von Aktivisten geschmissen worden.

    Foto: Marcel Kusch
  • Ein dreibeiniger Hochsitz vor einem Baumhaus.

    Foto: Jana Bauch
  • Über Polizisten, die vor dem Hambacher Forst stehen, fliegt ein Motorgleitschirm.

    Foto: Jana Bauch
  • Eine Polizistin steht im Wald an einer Absperrung.

    Foto: Oliver Berg
  • Ein Räumpanzer der Polizei steht im Hambacher Forst.

    Foto: Marius Becker
  • Ein Umwelt Aktivist steht mit erhobener Faust im Wald.

    Foto: Oliver Berg
  • Eine Umweltaktivistin sitzt mit fixierten Händen auf einem Baumstamm.

    Foto: Christoph Reichwein
  • Ein Umweltaktivist sitzt auf einem Hochsitz im Hambacher Forst.

    Foto: Christoph Reichwein
  • Behörden wollen am Donnerstag mit Räumungen im Hambacher Forst beginnen.

    Foto: Marius Becker
  • Umweltaktivisten haben Barrikaden gebaut, um die Polizei aufzuhalten.

    Foto: Christophe Gateau
  • Die Aktivisten versuchen die Rodung des Hambacher Forsts durch den Energiekonzern RWE zu verhindern.

    Foto: Oliver Berg
  • Ein Räumfahrzeug entfernt eine Barrikade.

    Foto: Henning Kaiser
  • Aktivisten sitzen im Hambacher Forst auf einem Tripod und dahinter auf einem Pfahl.

    Foto: Henning Kaiser
  • Streit um Braunkohle: Polizeifahrzeuge stehen am Donnerstag in der Nähe von Morschenich am Tagebau Hambach.

    Foto: Henning Kaiser
  • Der Energiekonzern RWE will im Herbst mehr als die Hälfte des noch verbliebenen Waldstücks roden, um weiter Braunkohle baggern zu können.

    Foto: Christophe Gateau
  • Für die Polizei hat einer der größten Einsätze in der jüngeren NRW-Geschichte begonnen. Wasserwerfer und schweres Räumgerät sind im Einsatz.

    Foto: Oliver Berg
  • Mitarbeiter der zuständigen Stadt Kerpen informierten die Baumbesetzer per Lautsprecher über den Räumungsbeschluss und forderten sie auf, die Baumhäuser innerhalb von 30 Minuten zu verlassen. „Wenn sie dann nicht freiwillig runterkommen, dann werden wir mit Hilfe der Polizei die Baumhäuser räumen“, sagte ein Stadtsprecher.

    Foto: Marius Becker
  • Die Waldbesetzer kündigen gewaltlosen Widerstand an.

    Foto: Christophe Gateau

Umweltschützer protestieren im Hambacher Forst seit Jahren dagegen, dass der Energiekonzern RWE im Herbst weite Teile des Forstes abholzen und die Braunkohleförderung fortsetzen will. Am Wochenende hatten mehrere Tausend Menschen gegen die Räumung und die geplante Rodung des Waldgebietes demonstriert.

Der Wald hat nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine 12 000 Jahre lange Geschichte. Es gibt dort Vorkommen streng geschützter Arten wie Bechsteinfledermaus, Springfrosch und Haselmaus. Der Protest vor Ort richtet sich auch gegen den Abbau von Braunkohle allgemein. Aus Sicht von RWE ist die Abholzung des Hambacher Forsts unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern.

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