Landespartei berät über Merkel-Nachfolger
CDU sucht den Brückenbauer

Düsseldorf/Berlin -

In der CDU werden die Weichen für einen Wechsel an der Spitze gestellt. Zugleich versucht die Partei, nach den chaotischen Wochen und den ­Verlusten bei den Wahlen in Bayern und Hessen wieder politisch Tritt zu fassen.

Mittwoch, 07.11.2018, 14:10 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.11.2018, 14:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 07.11.2018, 14:10 Uhr
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Fraktionschef der Union im Bundestag, Ralph Brinkhaus, am Dienstag in Berlin
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Fraktionschef der Union im Bundestag, Ralph Brinkhaus, am Dienstag in Berlin Foto: dpa

Am Abend beriet der Vorstand der nordrhein-west­fälischen CDU über die geplante Neuwahl des Vorsitzenden der Bundes-CDU auf dem Parteitag in Hamburg. Dem mitgliederstärksten Landesverband wird dabei eine sehr wichtige Rolle zufallen, da er über 330 Delegierte stellt und zwei der drei Kandidaten aus NRW kommen: Gesundheitsminister Jens Spahn (Ahaus), zugleich Chef der CDU im Kreis Borken, und Ex-Fraktionschef Friedrich Merz , der aus dem Sauerland stammt. ­Zuletzt hatte Parteichef Laschet eine Präferenz für Merz durchblicken lassen, es ist aber unwahrscheinlich, dass der Landesvorstand eine Wahlempfehlung aussprechen wird. Der Par­lamentarische Innenstaats­ sekretär Günter Krings (CDU) sieht bei den drei Anwärtern jedenfalls keine Gefahr eines Rechts- oder Linksrucks. „Keiner der drei stellt den Kurs der Mitte infrage“, sagte der Vorsitzende der CDU-Landesgruppe im Bundestag. Die Person, die auf Merkel als CDU-Chefin folge, müsse das Amt nun „profilierter“ ausüben, forderte Krings. Ihr Nachfolger dürfe die CDU aber auch nicht ­abschotten, sondern müsse auch Brückenbauer sein.

Über Merz sagte Krings, dass ihm dessen bisherige Tätigkeit in der Wirtschaft nicht schaden sollte. „Ich bin optimistisch, dass es am ­Ende kein Grund gegen ihn sein wird.“ Gestern durchsuchten Ermittler der Staatsanwaltschaft Räume der Vermögensverwaltung „Blackrock“ in München. Merz ist dort seit 2016 Aufsichtsratschef. Nach „Bild“- Informationen geht es um Vorgänge aus den Jahren 2007 bis 2010 im Zusammenhang mit illegalen Steuertransaktionen.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus geht fest davon aus, dass Angela Merkel auch nach ihrem Abschied als Parteivorsitzende über eine längere Zeit Kanzlerin bleibt. In der Fraktion werde mit großem Respekt über Merkels Entscheidung gesprochen, sagte Brinkhaus.

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