Verkehrschaos in NRW wird immer schlimmer
Ein Land steht still

Münster/Düsseldorf -

No­vember-Tristesse, Wochenanfang, Regenwetter: Viele Berufstätige packte am Montag der Pendler-Blues, als der Verkehrsfunk schon um kurz nach acht Uhr 411 Kilometer Stau in NRW meldete. Un­wesentlich besser sah es bei der Bahn aus, die mit üppigen Verspätungen im Nah- und Fernver kehr ihre Kunden sprichwörtlich im Regen stehen ließ.

Montag, 12.11.2018, 19:46 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 12.11.2018, 19:18 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 12.11.2018, 19:46 Uhr
Alltag auf der A 3 bei Düsseldorf. Autos und Lkw stehen Stoßstange an Stoßstange.
Alltag auf der A 3 bei Düsseldorf. Autos und Lkw stehen Stoßstange an Stoßstange. Foto: dpa

Wer aus dem Münsterland mit dem Auto ins oder gar durch das Ruhrgebiet wollte, musste viel Zeit einplanen. Auf den Au­tobahnen 3, 42 und 43 etwa wurden teil­weise gleich mehrere Staus mit Wartezeiten von jeweils 30 bis 45 Minuten gemeldet.

„Jahrzehnt der Großbaustellen“

Das „Jahrzehnt der Großbaustellen“ sei eine Folge der lange vernachlässigten In­frastruktur, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Carsten Löcker . Ins gleiche Horn stieß ADAC-NRW-Sprecher Tobias Scheffel . Viel zu lange sei nichts passiert, „jetzt wird mit Macht begonnen, die Substanz wieder auf­zu­bau­en“. Die Folge: viele Baustellen, viele Staus.

Baustellen plagen Autofahrer auch in Münster und dem Münsterland: Im Oberzentrum wird ab Dienstag die Steinfurter Straße und damit eine der Haupteinfallstraßen zur Baustelle – und ein­spurig. Stop-and-go ist programmiert. Münster droht schon seit geraumer Zeit ein Verkehrsinfarkt.

Das gleiche Bild ein paar Kilometer weiter auf der B 54 zwischen Nordwalde und Borghorst: Bodenwellen und Risse in der Fahrbahn müssen entfernt werden.

B54-Streckenabschnitte zwischen Altenberge und Nordwalde

Einschränkungen bei der Bahn

Nicht viel besser steht die Bahn da. Dammar­beiten auf der wichtigen Pendlerstrecke von Münster und Dortmund (RB 50) sorgen ab Dienstag für zusätzliche Verspätungen, Zugausfälle und mehr Fahrgast-Frust. Verschärfen wird sich die Situation in den kommenden Wochen durch weitere Baustellen auf wichtigen NRW-Strecken.

Mehr Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr: Für den Verkehrsexperten der FH Münster, Prof. Martin Robert Lühder, ist das der richtige Weg. „Nur wenn die Qualität des ÖPNV drastisch steigt, sind Autofahrer bereit umzusteigen“, sagt er. ADAC-Sprecher Scheffel wirbt hingegen für ein abgestimmtes Nebeneinander. „Das Zusammenspiel der Verkehrsträger funktioniert einfach nicht gut.“  

Zum Thema

Gehören Sie auch zu den Pendlern, die in Münster und dem Münsterland unterwegs sind und unter Staus und Verspätungen leiden? ­Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit: debatte@zgm-muensterland.de

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