Prozesse
Gericht verhandelt über Kündigung von Professorin

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die fristlose Kündigung einer Professorin der Hochschule Niederrhein ist an diesem Mittwoch ein Fall für das Landesarbeitsgericht. Professorin Karin Kaiser hatte an der Hochschule Betriebswirtschaft gelehrt, bis ihr gekündigt worden war: Sie habe gegen das Nebentätigkeitsverbot verstoßen, sei einer Vorlesung unentschuldigt ferngeblieben und habe eigenmächtig einen externen Lehrbeauftragten zum Abhalten der weiteren Vorlesungen engagiert, warf ihr die Leitung der Hochschule vor (Az.: 7 Sa 370/18).

Dienstag, 20.11.2018, 17:12 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 20.11.2018, 17:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 20.11.2018, 17:12 Uhr
Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer.
Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer. Foto: Uli Deck

In erster Instanz hatte aber die Professorin gewonnen. Die Nebentätigkeit sei für die Kündigung unverhältnismäßig, hatte das Arbeitsgericht Mönchengladbach befunden. Der Einsatz eines Vertreters für ihre Vorlesung rechtfertige den Rauswurf ebenfalls nicht.

Der Kündigung waren mehrere Auseinandersetzungen vorangegangen. So hatte die Professorin um einen Tag die Frist versäumt, einen Assistenten zu beantragen. Daraufhin hatte sie den Gehilfen dennoch engagiert und bei den Studenten Spenden gesammelt, um ihn zu finanzieren. Das hatte ihr eine Abmahnung eingetragen.

Kaiser war bei der vergangenen Bundestagswahl für die AfD als Kandidatin angetreten. Kurz vor der Wahl hatte sie einen Raum der Hochschule für eine Veranstaltung mit dem Titel «Tod des Rechtsstaats» nutzen wollen. Dies hatte ihr die Hochschule (Krefeld/Mönchengladbach) untersagt. Der Raum sei für einen anderen Zweck reserviert worden. Außerdem verstoße die geplante Veranstaltung gegen die gebotene politische Neutralität der Hochschule.

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