Verkehr
Düsseldorf erhält elektronisches Bahnstellwerk

Neues Großprojekt bei der Bahn in NRW: Düsseldorf bekommt für über 300 Millionen Euro ein elektronisches Stellwerk. Bahnpendler hören das mit gemischten Gefühlen: Umbau bringt erst mal Verspätung - aber danach läuft der Verkehr hoffentlich schneller.

Mittwoch, 05.12.2018, 14:58 Uhr aktualisiert: 05.12.2018, 15:12 Uhr
Andreas Scheuer (CSU), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.
Andreas Scheuer (CSU), Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Foto: Sebastian Gollnow

Berlin/Düsseldorf (dpa/lnw) - Düsseldorf bekommt für rund 330 Millionen Euro eines der größten elektronischen Bahnstellwerke Deutschlands. Bund und Bahn unterschrieben am Mittwoch in Berlin eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung. Der Bau soll 2021 beginnen und in mehreren Abschnitten voraussichtlich Jahre dauern. Gebaut werde in der Regel «unter dem rollenden Rad», sagte eine Bahnsprecherin. Dabei seien natürlich Verkehrsbehinderungen nicht auszuschließen.

Das Stellwerk werde auch ein wichtiger Meilenstein für den künftigen Rhein-Ruhr-Express (RRX) in der Region, erklärte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). «Millionen Pendler werden davon profitieren.» Zu den umfangreichen Arbeiten gehören neue Kabel, Signaltechnik und Anschlüsse für Weichen.

Das Stellwerk soll Züge auf einer Streckenlänge von 43 Kilometern vom Süden Düsseldorfs bis an die Stadtgrenze von Köln mit moderner Elektronik steuern. Es ersetzt dabei neun bisherige Stellwerke und ist auch für einen künftigen Digitalbetrieb umrüstbar, wie Bahnvorstand Ronald Pofalla mitteilte. Der künftige RRX soll Köln und Düsseldorf - eine der meistbefahrenen Bahnstrecken Deutschlands - im 15-Minuten-Takt verbinden.

Umfassende Modernisierungen von Stellwerken waren in der Vergangenheit auch mit großen Sperrungen und Einschränkungen verbunden. So musste im Sommer 2017 etwa Wuppertal für sechs Wochen weitgehend vom Bahnnetz abgekoppelt werden. Während der gesamten Sommerferien hielt kein ICE, kein Regionalzug und auch keine S-Bahn am Hauptbahnhof der siebtgrößten Stadt in NRW.

Zehntausende Menschen mussten den zeitraubenden Weg mit Ersatzbussen in Kauf nehmen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Der Ersatzverkehr lief aber recht reibungslos.

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