Prozesse
Loveparade-Prozess: Anklage beharrt auf Sanktionen

Der Loveparade-Prozess könnte bald ohne Urteil eingestellt werden. Offen ist noch, ob mit oder ohne Auflagen. Die Staatsanwaltschaft will die Angeklagten nicht ohne Sanktionen davonkommen lassen.

Donnerstag, 17.01.2019, 15:48 Uhr aktualisiert: 17.01.2019, 16:04 Uhr
Der Vorsitzende Richter Mario Plein (4 v.l.) steht in Düsseldorf im Prozesssaal beim Loveparade-Strafprozess.
Der Vorsitzende Richter Mario Plein (4 v.l.) steht in Düsseldorf im Prozesssaal beim Loveparade-Strafprozess. Foto: Caroline Seidel

Düsseldorf (dpa/lnw) - Im Prozess um das tödliche Gedränge bei der Loveparade vor neun Jahren in Duisburg wehrt sich die Staatsanwaltschaft gegen die Einstellung des Verfahrens ohne Auflagen für die Angeklagten. «Eine etwaige Auflage müsste spürbar sein», habe der Anklagevertreter in einem Rechtsgespräch deutlich gemacht, berichtete der Vorsitzende Richter Mario Plein am Donnerstag. Es sei für die Staatsanwaltschaft «kaum vorstellbar, die Tat ohne jegliche Sanktion zu belassen», sagte er.

Bei dem Gespräch hatten die Verteidiger, Staatsanwälte, Nebenklage-Anwälte und Richter am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit über den weiteren Ablauf des Verfahrens gesprochen. Verfahrensbeteiligte berichteten anschließend übereinstimmend, dass das Landgericht Duisburg das Verfahren gegen alle zehn Angeklagten einstellen will, in drei Fällen mit Auflagen. Der Prozess würde damit ohne Urteil beendet.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte am Donnerstag, dass die Vorschläge des Gerichts nun geprüft würden. Bis zum 5. Februar wolle man eine Stellungnahme dazu abgeben.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg gab es am einzigen Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände ein so großes Gedränge, dass 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt wurden. Angeklagt sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier des Veranstalters Lopavent.

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