Extremismus
NRW investiert Millionen in Deradikalisierung

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung verstärkt den Kampf gegen den verfassungsfeindlichen Salafismus. Neben der bereits angekündigten Ausweitung des Präventionsprojekts «Wegweiser» von 17 auf 25 Beratungsstellen sollen mindestens 2,6 Millionen Euro in weitere Vorbeugungs- und Bildungsangebote investiert werden. Das kündigte die Landesregierung am Freitag in Düsseldorf an. «Schnellere Radikalisierungsprozesse, salafistische Frauen-Netzwerke und Rückkehrer aus Jihad-Gebieten sind aktuell besondere Herausforderungen», erklärte sie in einer Mitteilung.

Freitag, 18.01.2019, 14:26 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 14:32 Uhr
Herbert Reul (CDU), Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen.
Herbert Reul (CDU), Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini

«Wegweiser» gehe jetzt auch online, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul ( CDU ) der « Rheinischen Post » (Freitagsausgabe). Vorgesehen sei unter anderem eine virtuelle Beratung etwa für Angehörige, die anonym bleiben wollen. Darüber hinaus sollen speziell geschulte Mitarbeiter auf Diskussionen in einschlägigen Internet-Foren einwirken, sich mit Jugendlichen vernetzen, Meinungen hinterfragen und differenzierteres Denken anregen. Die Ausschreibung für die Mitarbeiter starte in Kürze, sagte eine Ministeriumssprecherin der dpa.

Das weit über NRW hinaus beachtete Anti-Salafismus-Programm war bereits von der rot-grünen Vorgängerregierung initiiert worden. Eine 2016 zusammengesetzte interministerielle Arbeitsgruppe gegen Salafismus setze nun neue Schwerpunkte bei der Elternarbeit, im Bereich Flüchtlinge und Radikalisierung, bei Präventionsangeboten speziell für Mädchen und junge Frauen sowie bei Konzepten aus europäischen Nachbarstaaten, teilte die Regierung mit.

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