Medien
WDR trennt sich von Doku-Autorin: Darstellung «verzerrt»

Köln (dpa) - Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat eine inhaltliche Verzerrung in einer seiner Fernsehdokumentationen eingeräumt. In dem Film «Ehe aus Vernunft» der Sendereihe «Menschen hautnah» sei die Beziehungsgeschichte eines Paars «in unzulässiger Weise zugespitzt» worden, räumte der Sender am Freitag in Köln ein. «Zwar handelt es sich um eine reale Beziehung, die Gefühlslage wurde aber verzerrt dargestellt.» Chefredakteurin Ellen Ehni kündigte an, die freie Autorin werde deshalb nicht weiter beschäftigt. Das Vertrauensverhältnis sei zerstört.

Freitag, 18.01.2019, 15:57 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 16:12 Uhr
Das Funkhaus des WDR in Köln.
Das Funkhaus des WDR in Köln. Foto: Oliver Berg

Der Film, den der Sender aus der Mediathek entfernen will, und zwei weitere «Menschen hautnah»-Dokus der Autorin waren zuvor schon in die Kritik geraten. Unter anderem waren nach WDR-Angaben zwei Protagonisten über eine Website gewonnen worden, auf der Sender und Produktionsfirmen Komparsen und andere Mitwirkende für Fernsehsendungen suchen. Zudem gab es in den Filmen Fehler bei Jahreszahlen und Altersangaben.

Ehni kündigte an, man werde bei «Menschen hautnah» nun genauer hinschauen. So weite die Redaktion das Vieraugen-Prinzip und die Gegenrecherche aus und präzisiere die Kriterien für die Suche nach Betroffenen zu dem jeweiligen Thema. «Wir müssen dafür Sorge tragen, unseren eigenen hohen Standards zu entsprechen», sagte Ehni.

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