Regierung
NRW und Flandern: EU-Hilfen für Brexit-betroffene Regionen

Brüssel (dpa) - Die Regierungen von Nordrhein-Westfalen und der belgischen Nachbarregion Flandern fordern für den Fall eines ungeregelten Brexits EU-Gelder für besonders betroffene Regionen. «Da es ein externer Schock für unsere Wirtschaft ist, müssen wir auch besprechen, wie Europa den betroffenen Regionen helfen kann», sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag nach einer gemeinsamen Regierungssitzung in Brüssel.

Freitag, 18.01.2019, 17:12 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 17:22 Uhr
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (l, CDU) und Geert Bourgeois, Ministerpräsident der Flämischen Region.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (l, CDU) und Geert Bourgeois, Ministerpräsident der Flämischen Region. Foto: Rolf Vennenbernd

Laschets flämischer Amtskollege Geert Bourgeois erklärte, der Brexit sei ein «Unglück» und man setze sich gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen für ein handelsfreundliches Abkommen ein. Nach Berechnungen der Universität Leuven würden allein in Flandern durch einen Austritt Großbritanniens ohne Abkommen rund 28 000 Arbeitsplätze verloren gehen. Die Region mit ihren Häfen Antwerpen und Zeebrugge läge nach dem Brexit an der EU-Außengrenze.

Für Nordrhein-Westfalen seien die Auswirkungen eines ungeregelten Brexits noch nicht zu beziffern, sagte Laschet . Die langen Lieferketten beispielsweise in der Automobilindustrie machten solche Berechnungen komplex. Klar sei aber, dass selbst ein geregelter Brexit Auswirkungen auf das Land haben werde. «Wenn es Bestrebungen gibt in Großbritannien ein zweites Referendum abzuhalten, dann haben sie die Sympathien vieler Menschen in NRW.»

Neben dem EU-Austritt Großbritanniens waren unter anderem die Verkehrsverbindungen zwischen beiden Regionen, der Kampf gegen Extremismus und erneuerbare Energien Themen der gemeinsamen Regierungssitzung.

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