Versäumnisse beim Ausbau
Verkehrsexperte: Keine Lösung des Stauproblems in Sicht

Bochum -

Nordrhein-Westfalens Problem mit Dauer-Staus lässt sich einem Verkehrsexperten zufolge nicht kurzfristig lösen. „In den nächsten vier bis fünf Jahren ist nicht mit einer Verbesserung zu rechnen, sofern die Konjunktur nicht einbricht“, sagte Justin Geistefeldt, Professor für Verkehrswesen an der Ruhr-Universität Bochum.

Freitag, 25.01.2019, 06:22 Uhr aktualisiert: 25.01.2019, 09:06 Uhr
Eine Straßenbahn fährt neben der Autobahn 40 bei Essen an einem Stau entlang.
Eine Straßenbahn fährt neben der Autobahn 40 bei Essen an einem Stau entlang. Foto: Roland Weihrauch

Im Gegenteil bringe der endlich angeschobene Infrastrukturausbau auf den NRW-Autobahnen zunächst einmal mehr Behinderungen und damit größere Herausforderungen für das Verkehrsmanagement mit sich.

Dass NRW im Bundesvergleich die meisten Staus hat, ist für den Fachmann für Autobahnverkehr keine Überraschung: „Eine Sensation wäre es, wenn es angesichts der dichten Siedlungsstruktur anders wäre.“ Die Versäumnisse beim Infrastrukturausbau seien alt: „Die Beseitigung der Engpässe, die heute im Netz vorhanden sind, hätte man schon vor zwanzig Jahren angehen müssen“, sagte Geistefeldt .

Kluge Baustellenplanung gefragt

Politik sei jedoch keineswegs machtlos: „Wie viel Stau eine Baustelle verursacht, kann durch eine kluge Baustellenplanung beeinflusst werden.“ Die Freigabe von Seitenstreifen zu Spitzenzeiten könne auf manchen Strecken auch kurzfristig die Kapazitäten erhöhen. Das passiert in NRW bereits auf einigen Autobahnen. Auch Ampeln zur Zuflussregelung, die Autos im raschen Rhythmus einzeln statt im Pulk auf die Autobahn führen, seien vielerorts erfolgreich.

Die zehn NRW-Autobahnbaustellen mit dem höchsten Staurisiko 2019

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  • Baustellen auf zahlreichen Autobahnabschnitten in Nordrhein-Westfalen werden auch 2019 die Nerven von Pendlern und Reisenden strapazieren. Die größten Belastungsproben warten wieder auf diversen Strecken der Autobahn 1. Hier die Top 10 der NRW-Autobahnbaustellen mit höchstem Staurisiko:

    Foto: dpa
  • 1. A1 zwischen der Anschlussstelle Volmarstein und dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna:

    Hier muss die Brücke Volmarstein ersetzt werden. Wegen räumlicher Zwänge kann der Verkehr in beiden Richtungen nur über jeweils zwei Streifen geführt werden. Zudem wird im Bereich Hengstey mit einer weiteren Brückenbaustelle begonnen.

    Foto: dpa
  • 2. A1 zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna und dem Autobahnkreuz Hagen:

    Mehrere Brücken-Baumaßnahmen werden hier in den nächsten Jahren zu Engpässen führen.

    Foto: dpa
  • 3. A1 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen, dem Autobahnkreuz Leverkusen-West und dem Autobahnkreuz Köln-Nord:

    Auf der A1 zwischen den Kreuzen Leverkusen und Köln-Nord hindern in beiden Richtungen Lkw-Sperranlagen Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen daran, über die marode Brücke zu fahren. Neben diesem Nadelöhr führen im weiteren Streckenverlauf Ausbauten im Kreuz Köln-Nord zu Staus.

    Foto: dpa
  • 4. A40 zwischen den Anschlussstelle Duisburg-Homberg und der Anschlussstelle Duisburg-Häfen:

    Die Rheinbrücke Neuenkamp muss wegen Bauwerksschäden erneuert werden. Bis die neue Rheinbrücke fertig ist, muss die Zahl freigegebenen Fahrstreifen aus statischen Gründen reduziert werden. Auch hier ist seit November eine Lkw-Waage in Betrieb. Gewogen wird zunächst nur in Fahrrichtung Essen. Eine Anlage für die Fahrtrichtung Venlo soll im Frühjahr folgen. 

    Foto: dpa
  • 5. A42 zwischen Autobahnkreuz Duisburg-Nord und der Anschlussstelle Duisburg-Baerl:

    Auf der A42 wird schon seit 2015 an den Brücken gearbeitet. Wegen der hohen Verkehrsbelastung im Ruhrgebiet sind hier seitdem regelmäßig Staus zu beobachten. 

    Foto: dpa
  • 6. A43 zwischen der Anschlussstelle Recklinghausen-Herten und dem Autobahnkreuz Herne:

    Die A43 ist in dem Bereich nicht mehr ausreichend für das Verkehrsaufkommen gerüstet. Hier wird die Autobahn auf sechs Spuren ausgebaut.

    Foto: dpa
  • 7. A45 zwischen dem Westhofener Kreuz und der Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord:

    Auf der Lennetalbrücke muss in Fahrtrichtung Süden ein Fahrstreifen reduziert werden, um die nötige Rettungsgasse zu gewährleisten. Daher wird auch 2019 in den Spitzenstunden mit großen Staulagen in beide Richtungen gerechnet.

    Foto: dpa
  • 8. A46 zwischen Haan-Ost und der Anschlussstelle Wuppertal-Barmen:

    Im gesamten Bereich werden Fahrbahnen und Brücken saniert. Wegen der hohen Verkehrsbelastung werden die Baumaßnahmen die Staulagen verschärfen.

    Foto: gap
  • 9. A52 zwischen der Anschlussstelle Essen-Rüttenscheid und dem Autobahndreieck Essen-Ost:

    Die A52 wird südlich des AD Essen-Ost komplett saniert. Auch hier werden 2019 erste Brückenbaumaßnahmen eingeleitet.

    Foto: dpa
  • 10. A565 zwischen der Anschlussstelle Bonn-Hardtberg und der Anschlussstelle Bonn-Beul:

    Im Bonner Stadtgebiet müssen Brücken modernisiert und die Strecke ausgebaut werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Nach der Veröffentlichung verschiedener Daten über Staulängen in Nordrhein-Westfalen ist im Land erneut eine Debatte über Dauer-Staus entbrannt. Die Opposition warf der Landesregierung am Donnerstag „verkehrspolitisches Versagen“ vor. Diese verwies auf die Versäumnisse der Vorgängerregierungen.

10 Tipps gegen Langeweile im Stau

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  • 1. Drei Geschichten

    Spiele im Auto bieten Unterhaltung für Groß und Klein. Ein kreatives Spiel: Geschichten erraten. Jeder erzählt drei Geschichten über sich selbst, von denen eine erfunden ist. Die Mitfahrer müssen erraten welche.

    Foto: Z1009 Jan-Peter Kasper
  • 2. Wetten, dass ... in der Stau Edition

    Sobald der Verkehr steht, muss jeder Mitfahrer wetten, wie lange es dauert bis es weitergeht. Die Wetten werden notiert und wer richtig liegt, gewinnt! Das bringt sogar in einem Stau Spannung.

    Foto: dpa
  • 3. Kennzeichen-Bingo

    Die fortgeschrittene Variante des Klassikers „Kennzeichen raten“: Am besten noch vor der Abreise Bingokarten mit Kennzeichen-Abkürzungen vorbereiten und im Auto an die Mitreisenden verteilen - wer zuerst eine Reihe voll hat, gewinnt eine Kleinigkeit.

    Foto: Malte Christians
  • 4. Was bin ich?

    Noch ein sehr unterhaltsamer Klassiker: Einer der Reisenden denkt sich einen Beruf (alternativ: Tier, Promi, Charakter usw.) aus, die anderen versuchen, ihn zu erraten. Alle Fragen dürfen nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden.

    Foto: Marius Becker
  • 5. Musiktitel erraten

    Wem keine Berufe mehr einfallen, der dreht einfach das Radio auf: Alle Mitfahrenden müssen versuchen den laufenden Song möglichst schnell zu erraten. Wer den Titel als erstes weiß, gewinnt.

    Alternativ können alle Reisenden den neusten Sommerhit üben, das sorgt garantiert für gute Laune!

    Foto: Axel Seidemann
  • 6. Hörspiele

    Wer es etwas ruhiger angehen möchte, kann sich auch entspannt zurücklehnen und ein Hörspiel genießen. Mit spannenden oder unterhaltsamen Geschichten vergeht die Zeit gleich viel schneller. Besonders geeignet, wenn man alleine unterwegs ist.

    Foto: Jürgen Mahnke
  • 7. Einfach mal quatschen

    Gerade wenn man alleine unterwegs ist, kann man die Zeit im Stau gut für ein langes Telefonat nutzen - ob mit der Mutter, Oma oder mit Freunden. Einzige Voraussetzung ist eine Freisprechanlage, dann steht einem schönen Gespräch nichts im Wege.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • 8. Wischen und Putzen

    Man kann die Zeit im Stau natürlich auch praktisch nutzen: Mit ein paar Reinigungstüchern im Auto kann man Armaturenbrett und Lenkrad reinigen. Aber Achtung: Nicht abschnallen, sondern nur da putzen, wo man - ohne sich zu verdrehen - dran kommt.

    Foto: Frank Mächler
  • 9. Bewegung

    Geht gar nichts mehr vor oder zurück, kann man auch aussteigen und sich etwas Bewegung verschaffen. Etwa indem man zwei oder drei Runden um das Auto rennt.

    Foto: Bernd Thissen
  • 10. Essen und Trinken

    Gerade bei längeren Strecken gilt: Ausreichend Essen und Getränke mitnehmen. Getränke, die warm nicht mehr schmecken, oder Essen, das bei Wärme schmilzt, sind nicht so geeignet. Also besser Wasser oder Tee und leckeres Obst einpacken - denn mit vollem Magen ist alles nur noch halb so schlimm.

    Foto: A3399 Arne Dedert
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