Online-Flirts mit Folgen
Polizei warnt vor „Sexpressung“

Düsseldorf -

Telefonsex war früher. Der Online-Flirt von heute findet via Videochat statt. Dumm nur, wenn sich das erotische Gegenüber als Komplizin oder Komplize von Erpressern entpuppt.

Montag, 04.02.2019, 06:19 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 11:09 Uhr
Online-Flirts mit Folgen: Polizei warnt vor „Sexpressung“
Wer im Videochat sexuelle Handlungen an sich vornimmt, läuft Gefahr, dass die Aufnahmen gegen ihn verwendet werden. Foto: dpa

Auf der Dating-Plattform kommt man sich näher, gewinnt Vertrauen und im Videochat geht es danach heiß her. Doch wenn dann eine Email oder Facebook-Nachricht mit der Forderung einer Geldsumme eintrifft, weicht das erotische Knistern schnell blankem Entsetzen. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat erneut eindringlich vor einer digitalen Masche von Erpressern gewarnt, bei der den Empfängern mit der Veröffentlichung von Sex-Videos gedroht wird.

Die Unbekannten behaupten, die Betroffenen per Videochat nackt - oft bei der Selbstbefriedigung - gefilmt zu haben. Nur die Zahlung von mehreren Hundert oder Tausend Euro könne die Veröffentlichung verhindern.

„Pornmail“-Masche 

Die Masche wird „Sexpressung“ oder „Sextortion“ (von extortion - Erpressung) genannt. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Methoden, die seit vergangenem Jahr kursieren: Bei der „Pornmail“-Masche behaupten die Erpresser, den Computer gehackt, Spionage-Software wie einen Trojaner installiert und den Besitzer beim Konsum von Pornofilmen mit dessen eigener Kamera gefilmt zu haben.

Bislang ist dies reiner Bluff und es existieren gar keine Aufzeichnungen. Dem Landeskriminalamt NRW und auch anderen Polizeibehörden ist zumindest kein Fall bekannt, in dem die Versender dieser Tausenden von Spam-Mails ihre Drohung wahr gemacht hätten. Viele Empfänger zahlen trotzdem, weil sie es nicht darauf ankommen lassen wollen.

Betrug: Diese Online-Fallen sollte man kennen

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  • Phishing Mail 1

    Phishing-Mails erkennen

    Unter sogenannten Phishing-Mails versteht man gefälschte E-Mails, mithilfe derer Betrüger versuchen, an persönliche Daten zu gelangen, vorzugsweise Bank-, Kreditkarten oder sonstige Zahldaten. Das gefährliche daran: Sie sehen oft aus als stammten sie von einem Unternehmen, bei dem man Kunde ist. So kursiert gerade eine Amazon-Fake E-Mail im Netz, welche den Kunden auffordert, sich über einen Link in sein Konto einzuloggen. Nach dem Login versucht das Portal sensible Bankdaten abzufragen. Grundsätzlich gilt: Banken, Zahl- und Kaufportale fordern niemals mit Hilfe eines eingebauten Links zum Einloggen in das Konto auf! Besteht Unsicherheit, ob es sich um eine Phishing-Mail handelt oder nicht, sollte der Login ins Konto über die Eingabe im Browser erfolgen. Sollten wirklich Ankündigen des entsprechenden Dienstes vorhanden sein, werden diese dort angezeigt.

    https://www.mimikama.at/allgemein/bekanntmachung-vom-sicherheitsdienst/

  • Phishing Mails 2

    Phishing Mails 

    Ein weitere Phishing Mail, die gerade im Umlauf ist, gibt sich als Mail von PayPal aus: Angeblich sei die Liquidität des Empfängers gefährdet. Er solle sich mit Namen und Bankdaten auf der in der Mail verlinkten Website anmelden, um seine Zahlungsfähigkeit zu bestätigen. So gelangen die Betrüger an Daten, die es ihnen erlauben, uneingeschränkt das Geld des Opfers auszugeben.

    Falls es möglich ist, sollten Internetnutzer grundsätzlich eine sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen (z.B. Passwort und PIN), um ihre Benutzerkonten zu schützen. Oft wird die verlinkte Website durch ein Virenschutzprogramm blockiert. Trotzdem sollten Betroffene das Unternehmen möglichst schnell informieren. Dieses kann dann den Account sperren. Kommt man als Opfer seiner Sorgfaltspflicht nach, stehen die Chancen gut, dass die Banken den Schaden ersetzen. Grundsätzlich gilt: Wer eine verdächtige Mail erhält, sollte zuerst auf Rechtschreibung und Grammatik achten: Oft enthalten Phishing-Mails nämlich auffällige sprachliche Fehler. Außerdem kann man sich merken, dass Banken und Kaufportale im Internet niemals mit eingebauten Links zum Login auffordern!

    https://www.mimikama.at/allgemein/liquiditaet-ist-gefaehrdet/

  • Fake Zitate

    Erfundene Zitate von Politikern

    Ein gefährliches neues Phänomen schadet zwar nicht den Finanzen oder der Persönlichkeit des Internetnutzers, gefährdet aber das gesellschaftliche Zusammenleben: Momentan kursieren Fake-Zitate von Politikern im Internet. So wird Heiko Maas (SPD) in den Mund gelegt, gesagt zu haben, selbst wenn die Ehefrau erst sechs und der Mann 56 ist, könne man nicht einfach unterstellen, die Heirat sei nicht aus Liebe vollzogen worden.  Und Claudia Roth (Grüne) wird neben der von ihr nie getätigten Aussage abgebildet, man solle sich lieber einen Flüchtling statt einen Hund zulegen. Diese Aussagen wurden zweckentfremdet, radikalisiert, verkürzt und in falsche Zusammenhänge gesetzt, um so Wut und Unverständnis in der Gesellschaft auszulösen. Sie sind in ihrer Darstellung völlig verdreht.

    https://www.mimikama.at/allgemein/frei-erfundene-politiker-zitate/

  • Digitale Erpressung

    Digitale Erpressung  

    Anders als beim „Phishing“, greifen Täter mittels „Ransomware“ zu direkten Mitteln der Erpressung. Ransomware  verhindert den Zugriff des gehackten Computerinhabers auf seine Daten. Für die Entschlüsselung wird ein Lösegeld gefordert.  In den letzten Wochen kam es zu vier Angriffen auf Netzwerke von Firmen und Arztpraxen in Kassel, aber auch für Privatleute besteht aktuell ein Risiko. Die Mails, die im Umlauf sind, schreiben den Empfänger persönlich mit Namen an und behaupten über „Material/Informationen“ zu verfügen. Es folgt eine Beschreibung des weiteren Ablaufs, in welchem die Möglichkeiten der Bitcoinzahlung aufgezeigt werden. Die Täter, die sich zum Beispiel „NOCET“ nennen, behaupten von Dritten beauftragt zu sein und den Namen des Auftraggebers durch die Zahlung eines Aufpreises bekannt zu geben. Firmen sollten sich besonders vor Bewerbungsmails unklarer Herkunft in Acht nehmen. Das A und O zum Blocken solcher Mails: Eine aktuelle Antivirensoftware. Wenn man trotzdem Opfer digitaler Erpressung wird, gilt: Niemals das (Löse-) Geld zahlen. Es gibt keine Garantie, dass die gestohlenen Daten wieder freigegeben werden.

      https://www.mimikama.at/allgemein/digitale-erpressung-2/

  • Fake-Gewinnspiele
    Der Facebook-Post wird geladen

    Fake-Gewinnspiele auf Facebook

    Eine beliebte Masche von Internetbetrügern sind Fake-Gewinnspiele: Besonders häufig locken sie Facebook-Nutzer in die Falle. Denn oft muss man für die Teilnahme nicht mehr tun, als die Seite zu liken oder zu teilen. Natürlich steht am Ende kein echter Gewinn. Es passiert vorerst: Gar nichts. Die Likes helfen den Betrügern jedoch, ihre Seite bekannter werden zu lassen. Diese verkaufen sie später weiter, mitsamt der Daten der Nutzer, die sie zuvor geliket haben.

    Später verändern sich dann die Teilnahmebedingungen an dem Gewinnspiel. Zum Beispiel solle man einen vielversprechenden Link besuchen. Im besten Fall verbirgt sich dahinter bloß einen Menge Werbung, im schlimmsten Fall gemeine Abo-Fallen. Was viele aber nicht wissen: Oft sind diese Gewinnspiele gar nicht illegal. Per Mausklick stimmen die Nutzer der Verwendung und Weitergabe ihrer persönlichen Daten zu. Die gute Nachricht: Man kann die Einverständniserklärung widerrufen.

    Zuletzt konnte man angeblich ein „Tiny House“ in einem Rewe-Gewinnspiel gewinnen. Voraussetzung war, dass die Rewe-Facebook-Seite vom Teilnehmer mit „Gefällt mir“ markiert ist. Neben der Aufforderung zum Teilen, Liken oder Kommentieren sind auffällige Merkmale von Fake-Gewinnspielen, dass es kein Impressum, keinen Ansprechpartner und natürlich - keinen Gewinner gibt.

    Mehr dazu bei mimikama.at

  • Facebook: YouTube Virus

    YouTube-Virus auf Facebook

    Eigentlich handelt es sich hierbei gar nicht um einen Virus, sondern um einen sehr geschickten Phishing-Angriff. Diesmal allerdings über Facebook. Die Opfer bekommen von einem Facebook-Freund eine Nachricht oder werden in einem Post einer befreundeten Person verlinkt. Inhalt der Nachricht ist ein YouTube-Video, das angeblich das Opfer zeige. Das „Video“ ist aber eigentlich bloß eine Grafik mit Link, der zu einer gefälschten Facebook-Seite führt, auf der sich die Opfer einloggen sollen. Dadurch gelangen die Betrüger an die Daten der Opfer und haben direkten Zugriff auf dessen Facebook-Konto. Die Person, die die Nachricht gesendet hat, ist selbst Opfer eines Phishing-Angriffs geworden.

    Facebook-Nutzer, die eine solche Nachricht erhalten haben, sollten das angebliche Video natürlich auf keinen Fall anklicken. Falls es schon zu spät ist: Sofort das Passwort ändern!  Außerdem sollten sie in einem Post alle Freunde darüber informieren, dass sie Opfer dieser Masche geworden sind.

    https://www.mimikama.at/allgemein/facebook-youtube-virus/

  • Hacking per Telefon gibt es immer noch

    Hacking per Telefon

    Sie sprechen meistens auf Englisch und geben sich für Mitarbeiter seriöser Firmen aus. Jüngst gaben sich Hacker in mehreren Fällen für Mitarbeiter von Microsoft aus. Sie versuchen die Angerufenen dazu zu bringen, den Computer hochzufahren, um einen angeblichen Virus zu entfernen. Ihr Ziel ist die Installation einer schädlichen Software, die Zugriff auf Daten und möglicherweise das Online-Banking gewährt. Die Anrufe sollten sofort beendet werden. Ist die Software bereits auf dem Computer installiert, sollte dieser unverzüglich vom Netz getrennt werden und von einem Experten durchsucht werden.

    https://www.mimikama.at/allgemein/betrueger-und-schaedliche-programme/

  • Abofalle WhatsApp

    Abofalle über WhatsApp-Kettenbrief 

    „Schicke diese Nachricht an mindestens 13 Freude oder 3 Gruppen, um….“- bekommt man solch eine Nachricht ist immer Vorsicht geboten. Cyberkriminelle versuchen es mal wieder: Eine Nachricht bei WhatsApp enthält die Mitteilung, dass es neue, bewegliche Emojis geben würde. Zum Freischalten dieser müsse man die Nachricht weiterleiten. Infolgedessen wird man allerdings auf verschiedene Seiten umgeleitet, die automatisch diverse Apps im Abo installieren. Damit man solche Nachrichten gar nicht erst bekommt, kann man eine Drittanbietersperre einrichten. Diese Sperre verhindert die Identifizierung des Mobilfunkanschlusses für jegliche Leistungen außerhalb der Verbindung und ist kostenfrei. Die Kontaktdaten des entsprechenden Kundenservice, kann man nachschlagen unter:

    https://www.mimikama.at/allgemein/whatsapp-falle-emojis/

Lockvogel im Videochat

Anders sieht es bei der Lockvogel-Masche im Videochat aus. In diesen Fällen können die Erpresser tatsächlich mit „Kostproben“ aufwarten. Es sei ein leichtes und koste nur einen Knopfdruck, die intimen Aufnahmen über die Kontaktlisten an den Freundes- und Kollegenkreis des Erpressten zu schicken, heißt es dann. Und vereinzelt sei dies Realität geworden.

„Es sind Fälle bekannt, bei denen tatsächlich kompromittierende Aufnahmen gestreut wurden“, warnt das LKA. „Für die Betroffenen ist das verheerend“, hatte der Kölner Oberstaatsanwalt Markus Hartmann bereits berichtet. In höchster Not habe sich ein älterer Mann bei den Strafverfolgern gemeldet. „Er hatte schon den Familienrat zusammengerufen, um seiner Ehefrau zu beichten, dass demnächst Videos von ihm im Netz kursieren.“

Hohe Dunkelziffer

Zahlen zu beiden Phänomenen sind für NRW noch nicht bekannt. In Bayern berichtete die Polizei von 870 Opfern in den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres. Die Ermittler gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Opfer aus Scham den Gang zur Polizei scheuen dürften.

Den Tätern ist nicht so leicht auf die Spur zu kommen: „Sie bedienen sich anonymisierter Transaktionen ins Ausland, etwa via Western Union oder verlangen Kryptowährungen wie Bitcoin. Serverstandorte und Geldforderungen, sofern sie nachvollzogen werden können, deuten auf ein Agieren aus dem Ausland hin“, berichtet ein Sprecher des Landeskriminalamts NRW.

Das rät die Polizei

Die Polizei rät, im Ernstfall Beweise wie Chatverläufe zu sichern, oder auch Screenshots anzufertigen und Anzeige zu erstatten. Um sich erst gar nicht in eine solche Situation zu bringen, helfe ein einfacher Kniff: Das Abkleben der Kameralinse von Laptop oder PC - und der Verzicht auf freizügiges Verhalten, auch wenn das Gegenüber im Videochat es noch so verführerisch vormacht.

Der Facebook-Post wird geladen

Die Bochumer Polizei veröffentlichte vor wenigen Tagen - aus gegebenem Anlass - einen deutlichen Appell: „Bitte stellen sie sich bei intimen Handlungen nicht vor eine Webcam, bitte machen sie keine Nacktfotos von sich und versenden diese vor allem nicht an andere Personen. Unsere Welt ist schon lange digital und sie verzeiht im Zweifelsfall nicht, wenn man leichtsinnige und unüberlegte Dinge tut - lebenslang!“

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