Pharma
Bayer bietet bei Job-Abbau hohe Abfindungen

Der Leverkusener Dax-Konzern hat im vergangenen Jahr beim Personal den Rotstift rausgeholt. 12 000 Beschäftigte sollen weltweit ihre Stelle verlieren. Nun wissen die Mitarbeiter schwarz auf weiß, unter welchen Konditionen sie gehen könnten.

Montag, 04.02.2019, 16:46 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 16:52 Uhr
Blick auf ein Werk von Bayer.
Blick auf ein Werk von Bayer. Foto: Oliver Berg

Leverkusen (dpa) - Beim geplanten Abbau von 12 000 Stellen weltweit bietet der Pharma- und Chemiekonzern Bayer Mitarbeitern lukrative Aufhebungsverträge an. Sie sollen älteren Beschäftigten in Deutschland einen vorzeitigen Gang in die Rente ermöglichen, ohne dass diese allzu große Abschläge erleiden. Jüngere Bayer-Mitarbeiter können ferner hohe Abfindungen in Anspruch nehmen. Das zeigt eine Vereinbarung zwischen dem Gesamtbetriebsrat und dem Dax-Konzern, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bayer bestätigte die fürs Inland gültige Einigung, die am Montag auch intern verkündet wurde.

Bayer erlebt eine schwierige Phase. Die Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto wurde zum milliardenschweren Kraftakt mit Nebenwirkungen - die Leverkusener müssen sich einer Klagewelle wegen des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat erwehren. Der Konzern hat viele Baustellen, auch das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln läuft nicht rund. Im November verkündete Bayer Pläne zum Stellenabbau, um Kosten zu sparen und Arbeitsabläufe effizienter zu machen.

Im Kern bietet der Konzern nun «Flexi Aufhebungsverträge», die über sechs Jahre laufen. Sie ermöglichen, dass Mitarbeiter schon ab 57 Jahren vorzeitig in Ruhestand gehen können und maximal 7,2 Prozent Abschlag von der gesetzliche Rente verkraften müssen. Voraussetzung sind neben dem Alter der Beschäftigten 35 Rentenversicherungsjahre.

Bei früheren Vereinbarungen konnten die Einbußen gegenüber der gesetzlichen Rente unter Umständen höher sein, heißt es in dem Papier. Mitarbeiter könnten sich bei den Vorruhestandsregelungen monatlich Geld auszahlen lassen gemessen am letzten Brutto-Gehalt oder aber einen Betrag auf einen Schlag. Auch Boni, Zulagen und Leistungen wie Urlaubsgeld würden berücksichtigt.

Für Mitarbeiter unter 57 Jahren wurden ferner Abfindungen von bis zu 63 Monatsgehältern ausgehandelt. Zuvor sei bei höchstens 54 Monatsgehältern Schluss gewesen, betonte der Gesamtbetriebsrat. Zudem gebe es Zuschläge für Ehepartner, Kinder und Schwerbehinderte. Bayer-Beschäftigte mit weniger als drei Jahren Betriebszugehörigkeit können eine Abfindung von drei Monatsgehältern erhalten.

«Wir haben erfolgreich verbesserte Bedingungen für einen vorzeitigen Ruhestand und sehr gute Abfindungsregelungen erreicht», erklärte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Oliver Zühlke in dem Schreiben. Zu Details des Pakets, das rückwirkend ab 1. Januar gilt, könnten sich Mitarbeiter individuell beraten lassen.

Bayer hatte im vergangenen November verkündet, rund 12 000 von rund 118 000 Stellen weltweit bis Ende 2021 abzubauen. Ein «bedeutender Anteil», aber nicht die Mehrzahl der Jobs solle auf Deutschland entfallen, erklärte Konzernchef Werner Baumann. Derzeit laufen noch Gespräche, wie viele Jobs an den einzelnen Standorten eingespart werden. Bis März sollen Mitarbeiter Klarheit haben. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei Bayer bis Ende 2025 ausgeschlossen.

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