Terrorismus
USA kritisieren Regierung für Abschiebung von Terroristen

Washington (dpa) - Die Abschiebung des islamistischen Terroristen Adem Y. in die Türkei trotz eines Auslieferungsantrags der USA hat heftige Kritik der US-Regierung an der Bundesregierung ausgelöst. «Wir sind zutiefst enttäuscht über die Entscheidung Deutschlands», teilte der amtierende US-Justizminister Matthew Whitaker am Donnerstag mit. «Die deutsche Regierung hat Y. vorsätzlich geholfen, sich der Gerechtigkeit zu entziehen, indem sie ihn in ein Flugzeug in die Türkei gesetzt hat.» Adem Y. war am Dienstag nach Verbüßung einer elfjährigen Freiheitsstrafe in die Türkei abgeschoben worden.

Donnerstag, 07.02.2019, 20:08 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 20:22 Uhr
Der Angeklagte Adem Y. (l) steht im Verhandlungssaal des Gerichts.
Der Angeklagte Adem Y. (l) steht im Verhandlungssaal des Gerichts. Foto: Federico Gambarini

Als Mitglied der sogenannten « Sauerland-Gruppe » war der 40-Jährige Teil einer Terrorzelle, die mehrere Sprengstoffanschläge vorbereitete. Er war 2007 in Medebach im Sauerland festgenommen worden. Seine Freiheitsstrafe, zu der ihn das Oberlandesgericht ( OLG ) Düsseldorf verurteilt hatte, hatte Y. bereits im Oktober 2018 vollständig verbüßt.

Bereits vor diesem Termin betrieben die USA wegen eigener Ermittlungen ein Auslieferungsverfahren. Das OLG Frankfurt lehnte eine Auslieferung an die USA aber ab. Die USA beschuldigen Y., an der Ermordung von amerikanischer Staatsbürger in Afghanistan beteiligt gewesen zu sein.

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