Prozesse
Milde Strafe für 81-Jährigen nach Bluttat an Schwester

Düsseldorf (dpa/lnw) - Ein 81 Jahre alter Unternehmer hat für die Tötung seiner drei Jahre älteren Schwester nach einem Streit um verbrannte Röstis eine relativ milde Strafe bekommen. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte ihn am Freitag zu drei Jahren und zehn Monaten Haft wegen Totschlags. Das Geständnis des Mannes wurde vor Gericht strafmindernd gewertet. Hinzu kämen sein hohes Alter, und die Frau habe ihn vor der Tat provoziert, sagte eine Gerichtssprecherin. Andererseits sprächen die kriminelle Energie bei der Tat und die schweren Verletzungen der Frau gegen den Verurteilten. Er hatte ihr nach den Feststellungen vor Gericht bei der Tat im Sommer 2018 immer wieder auf den Kopf geschlagen und ihren Schädel zertrümmert.

Freitag, 08.02.2019, 16:07 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 16:22 Uhr

Der Fall hatte viel Aufsehen erregt und Fragen aufgeworfen. Der in Südamerika lebende Unternehmer hatte seine Schwester, einst ein erfolgreiches Fotomodell mit Wohnsitzen in Paris und New York, lange Zeit mit erheblichen Mitteln unterstützt. Er war zu Besuch in Düsseldorf. Am Tattag hatten laut seinem Geständnis beide Geschwister erhebliche Mengen Alkohol getrunken. Dann sei es zum Streit gekommen - angeblich, weil der Frau beim Kochen die Röstis «total verbrannt» sein sollen. Danach habe die Frau ihn plötzlich attackiert, hatte der 81-Jährige vor Gericht angegeben. Der betagte Angeklagte ist in Düsseldorf geboren, hat aber inzwischen die venezolanische Staatsbürgerschaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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