Justiz
Kriminalität gegen Senioren: Sonderermittler suchen Täter

In manchen Verbrechensbereichen finden sich die Täter im direkten Umkreis ihrer Opfer. Bei der Kriminalität zu Lasten von Senioren haben es die Ermittler schwerer: Sie suchen meist den großen Unbekannten.

Mittwoch, 13.02.2019, 05:35 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 05:42 Uhr
Eine Frau bedient einen Geldautomaten, im Hintergrund warnt ein Plakat vor «falschen Enkeln».
Eine Frau bedient einen Geldautomaten, im Hintergrund warnt ein Plakat vor «falschen Enkeln». Foto: Horst Ossinger

Aachen/Düsseldorf (dpa/lnw) - Das 2010 als Pilotprojekt gestartete Aachener Sonderdezernat für Straftaten gegen Senioren berichtet von einer hohen und steigenden Zahl von Verfahren gegen unbekannte Täter. Ein Großteil der betagten Geschädigten falle auf den «Enkeltrick» oder sogenannte falsche Polizisten herein oder werde Opfer eines Geldbörsendiebstahls. Vielfach steckten dabei gewerbsmäßig agierende Banden mit Auslandsbezug dahinter, heißt es in einem Bericht an den Rechtsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags. Heute bilanziert das Gremium die Arbeit der NRW-Sonderdezernate zur Kriminalität gegen Senioren.

2010 war das Aachener Sonderdezernat als erstes mit insgesamt 38 Verfahren gestartet - 2018 waren es bereits 3050, davon fast 2500 gegen Unbekannt. Seit 2013 seien hier Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit von Senioren - etwa in der Pflege oder durch Behandlungsfehler von Medizinern und Heilpraktikern - abgetrennt worden, erklärte der leitende Oberstaatsanwalt.

So hoch professionalisierte Verbrechensbekämpfungsstrukturen zum Schutz von Senioren finden sich dem Bericht zufolge nur in Aachen. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat erst im vergangenen Sommer ein entsprechendes Sonderdezernat eröffnet und seitdem rund 1220 Verfahren geführt. In Düsseldorf bearbeitet eine Abteilung für organisierte Kriminalität die einschlägigen Verfahren. Sie sei besonders versiert im Bereich «falsche Amtsträger», betonte der Oberstaatsanwalt. Statistische Daten zum Ausgang der Verfahren in Sachen Kriminalität gegen Senioren liegen noch nicht vor.

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