Abfall
Kartellamt nimmt Grüner-Punkt-Übernahme unter die Lupe

Bonn (dpa) - Die umstrittene Übernahme des Grünen Punktes durch den Recycling-Riesen Remondis wird vom Bundeskartellamt genauer unter die Lupe genommen. Es sei eine vertiefte Prüfung eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch in Bonn. Der Schritt zum sogenannten Hauptprüfverfahren war erwartet worden. Bis Mitte Mai haben Deutschlands Wettbewerbshüter nun Zeit für eine Billigung oder ein Veto. Möglich ist auch eine Freigabe unter Auflagen.

Mittwoch, 13.02.2019, 18:36 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 18:42 Uhr
Ein Aufkleber mit dem Logo «Der Grüne Punkt» klebt auf einem Mülleimer.
Ein Aufkleber mit dem Logo «Der Grüne Punkt» klebt auf einem Mülleimer. Foto: Marcus Brandt

Remondis aus Lünen bei Dortmund ist mit großem Abstand Marktführer in Deutschlands Entsorgungswirtschaft. Der Branchenprimus mit mehr als 33 000 Mitarbeitern kauft seit einigen Jahren immer wieder kleinere Entsorgungsbetriebe auf und wächst stetig. Die Firma Duales System Deutschland ( DSD ), die die Markenrechte am Grünen Punkt hat, sitzt in Köln. Sie hat zwar nur rund 500 Mitarbeiter (2016), ist aber eine immens wichtige Schnittstelle in der Entsorgungswirtschaft - DSD organisiert die Abholung, Sortierung und Verwertung von Abfällen.

Kommunale und kleinere mittelständische Konkurrenten laufen Sturm gegen die Übernahme des Grünen Punktes. Sie befürchten eine weitere Marktkonzentration, durch die sie schlechte Karten haben würden im Wettbewerb mit Remondis.

Auch Kartellamtschef Andreas Mundt sieht die Entwicklung in der deutschen Entsorgungswirtschaft generell kritisch. So beschäftigt sich seine Behörde derzeit mit der Branche in einer sogenannten Sektoruntersuchung. Diese Analyse läuft zwar separat zur Grüner-Punkt-Entscheidung, verdeutlicht aber das allgemeine Unbehagen der Behörde gegenüber der Marktentwicklung hin zu weniger Wettbewerb.

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