Medizin
Früherer Transplantationsmediziner Broelsch gestorben

Essen (dpa/lnw) - Der frühere Transplantationschirurg Christoph Broelsch ist tot. Er starb am 12. Februar im Alter von 74 Jahren. Das bestätigte am Montag ein Familienmitglied des Mediziners der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte das «Westfalen-Blatt» berichtet. Broelsch war der Leibarzt des früheren Bundespräsidenten Johannes Rau (1931-2006).

Montag, 18.02.2019, 17:18 Uhr aktualisiert: 18.02.2019, 17:32 Uhr
Früherer Transplantationsmediziner Christoph Broelsch gestorben.
Früherer Transplantationsmediziner Christoph Broelsch gestorben. Foto: Bernd Thissen

Einer breiten Öffentlichkeit wurde er 2010 im Zusammenhang mit einem der größten Medizinskandale Deutschlands bekannt. Damals verurteilte ihn das Landgericht Essen nach sechsmonatiger Verhandlungsdauer zu einer dreijährigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung, Bestechlichkeit, Nötigung und Betrug.

Nach Ansicht der Richter hatte er von todkranken Krebspatienten die Zahlung «freiwilliger Spenden» an die Uniklinik gefordert. Nur dann hätten die Patienten damit rechnen können, frühzeitig und durch ihn persönlich behandelt zu werden. Die Gesamt-Spendensumme betrug über 150 000 Euro. Die Richter waren davon überzeugt, dass die Erklärung des Angeklagten, die Patienten hätten die Spenden freiwillig und aus Dankbarkeit geleistet, «nichts mit der Realität zu tun hat». Im Oktober 2011 trat Broelsch seine Haft an.

Einen Namen hatte er sich zuvor vor allem als Leberchirurg gemacht. Der Mediziner arbeitete unter anderem in Hannover, Chicago, Hamburg und seit 1998 als Direktor der Klinik für Allgemeinchirurgie und Transplantationschirurgie der Uniklinik Essen. 2007 wurde er vom Dienst suspendiert.

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