Kriminalität
Missbrauchsfall: Ermittelnder Beamter nicht mehr im Dienst

Düsseldorf (dpa/lnw) - Ein zeitweiliger Leiter der Ermittlungskommission im Missbrauchsfall von Lügde ist vorläufig vom Dienst suspendiert worden. Der Beamte habe die Kommission von Mitte Dezember bis Anfang Januar bei der Polizei Lippe geführt, teilte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags mit. Gegen den Beamten des Kriminalkommissariats Bad Salzuflen bestehe in einem anderen Sexualstraffall der Verdacht der Strafvereitelung im Amt. Wie auch im Fall des massenhaften Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen auf einem Campingplatz in Lügde seien Beweismittel in jenem Fall nicht mehr auffindbar gewesen.

Donnerstag, 14.03.2019, 15:11 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 15:22 Uhr

Der betreffende Beamte habe im Fall Lügde den Polizeischüler betreut, der die aus einem speziellen Asservatenraum verschwundenen 155 CDs und DVDs gesichtet hatte. Anfang März sei gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden.

Nach massiven Versäumnissen bei der Ermittlungsarbeit der zunächst zuständigen Kreispolizei Lippe hatte sich der Fall immer mehr zu einem Polizeiskandal ausgeweitet. Drei Beamte aus der Führung der Polizei Lippe wurden laut Innenministerium bereits versetzt. Gegen zwei weitere Polizisten laufen Strafverfahren, weil sie frühe Hinweise auf den Kindesmissbrauch nicht an die Staatsanwaltschaft Detmold weitergeleitet hatten.

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