Wetter
Tierwelt früh aus Winterschlaf erwacht: Wälder zu trocken

Draußen regen sich die ersten Tiere. Sie sind in diesem Jahr recht früh aus dem Winterschlaf erwacht. Den Trockenstress des heißen Sommers 2018 haben die Bäume aber noch nicht überwunden - auch wenn es in den vergangenen Wochen kräftig geregnet hat.

Sonntag, 17.03.2019, 10:20 Uhr aktualisiert: 17.03.2019, 10:32 Uhr
Ein Tagpfauenauge saugt Nektar aus den Blüten eines Baumes.
Ein Tagpfauenauge saugt Nektar aus den Blüten eines Baumes. Foto: Frank Rumpenhorst

Münster/Düsseldorf (dpa/lnw) - In Nordrhein-Westfalen ist die Natur recht früh aus dem Winterschlaf erwacht. Die ersten Fledermäuse und Igel seien schon unterwegs, an warmen Tagen seien auch schon Fledermäuse und Schmetterlinge gesichtet worden, berichtete Birgit Königs , die Sprecherin des Naturschutzbundes Nabu in Nordrhein-Westfalen.

Der Wald in Nordrhein-Westfalen leidet trotz großer Regenmengen im März noch immer unter Trockenstress. Nach Untersuchungen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung sind die Böden immer noch ziemlich trocken und die Wasserspeicher noch nicht aufgefüllt, teilte der Landesbetrieb Wald und Holz mit. Die Bäume konnten sich den Angaben nach noch nicht von dem Stress des vergangenen Sommers erholen.

Der März war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ungewöhnlich nass. Die Regenmenge erreichte schon bis zum Wochenende allein in Essen 94 Prozent des Monatssolls - in anderen Gegenden sei es tendenziell noch mehr gewesen, sagte Meteorologe Jürgen Feldmann: «Wir sind praktisch schon auf dem Soll für den ganzen Monat, man weiß ja nicht, was jetzt alles noch kommt.»

Trotz des Regens seien bereits Zitronenfalter, Admiral und Tagpfauenauge gesehen worden. «Es ist alles schon früh unterwegs gewesen», sagte die Sprecherin des Naturschutzbundes. Ob es in diesem Jahr eine Mückenplage geben wird, lasse sich noch nicht sagen. Dafür sei das Wetter in den nächsten Wochen und Monaten ausschlaggebend. Der von lauten Rufen begleitete, spektakuläre Durchzug der Kraniche über NRW sei aber weitgehend abgeschlossen.

Den Borkenkäfern hat der regnerische März nach Angaben des Landesbetriebs Wald und Holz wider Erwarten nicht wesentlich geschadet. Forstleute hatten erwartet, dass mit dem Einsetzen des «Schmuddelwetters» die Käfer verpilzen und absterben. Auf ein vermehrtes Absterben gebe es aber keine Hinweise, sagte Sprecher Friedrich Louen. Zum einen hätten Temperaturschwankungen für diesen Effekt gefehlt, zum anderen seien die Käfer offensichtlich in einem guten Allgemeinzustand: «Die sind fit und vital in den Winter gegangen, so dass sie möglicherweise weniger anfällig für eine Verpilzung sind», sagte Louen.

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