Fußball
Fortuna-Coach Funkel motzt gegen Team und Hand-Regel

Auf diese Bestätigung hätte Fortuna-Coach Funkel verzichten können. Trotz elf Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang sieht Funkel Aufsteiger Düsseldorf im Kampf gegen Bundesliga-Abstieg längst noch nicht gerettet. Nach dem 2:5 in Wolfsburg schimpft Funkel gewaltig.

Sonntag, 17.03.2019, 11:21 Uhr aktualisiert: 17.03.2019, 11:32 Uhr
Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel ist vor dem Spiel in der Arena.
Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel ist vor dem Spiel in der Arena. Foto: Peter Steffen

Wolfsburg (dpa/lnw) - «Überheblich, desaströs und körperlos» - Fortuna Düsseldorfs Trainer-Routinier Friedhelm Funkel war außer sich. Unmittelbar nach dem 2:5 (1:1) des Aufsteigers beim VfL Wolfsburg konnte Funkel kaum an sich halten. «Ich bin richtig sauer», polterte der 65-Jährige am Sky-Mikrofon und schimpfte vor allem auf seine Innenverteidigung. Später klangen seine Worte schon etwas versöhnlicher, der Kern seiner Kritik blieb aber bestehen.

«Unsere Innenverteidiger sind normalerweise eine Bank bei uns, aber heute hatten sie keinen guten Tag. Wir waren hinten einfach zu schlecht», befand Funkel und kündigte an, mit den Innenverteidigern Kaan Ayhan und Marcin Kaminski «ein ernstes Wörtchen» reden zu wollen. Das Duo ist in der Länderspielpause aber erstmal abwesend und mit den jeweiligen Nationalteams (Türkei und Polen) unterwegs. «Wer weiß, ob sie da überhaupt zum Einsatz kommen», unkte Funkel noch.

Was den Coach aufregte, war das Defensivverhalten nach einer recht soliden ersten Hälfte, in der Ayhan in der 30. Minute sogar die Führung erzielt hatte. Binnen fünf Minuten zog Wolfsburg von 1:1 auf 4:1 davon, weil die Niedersachsen in den entscheidenden Zweikämpfen wesentlich kompromissloser waren. «Wir haben widerstandslos die Tore hingekommen, das darf nicht sein», schimpfte Funkel.

Seinem Team schien die deutliche Einzelkritik in aller Öffentlichkeit zu weit zu gehen. Angesprochen darauf reagierte Ayhan verdutzt und meinte: «Ich werde nicht öffentlich einzelne Spieler kritisieren. Das kann der Trainer machen, aber ich nicht.» Und Mittelfeldspieler Adam Bodzek befand: «Da kann er das gesamte Team kritisieren.»

Funkels Verbalattacken dürften bewusst erfolgt sein. Seit Wochen mahnt der Coach trotz bereits 31 Punkten und einem gesicherten Mittelfeldplatz, dass Fortuna noch nicht gerettet sei. «Das war ein Warnschuss. Wir sind absolut noch nicht sicher. Die Alarmglocken müssen schrillen nach diesem Spiel.»

Ob sie das tun? Erneut scheint Funkel mit seinen Warnungen alleine zu sein. Zumal das Ergebnis - wie so oft bei Düsseldorfer Niederlagen in dieser Saison - zu hoch ausgefallen ist. In der ersten Halbzeit war der Aufsteiger besser und selbst nach dem 1:4 spielte er mutig nach vorn. Großchancen hatte Fortuna genau so viele wie der VfL.

Clubchef Robert Schäfer jedenfalls wirkte erstaunlich gut gelaunt. «Das wirft uns nicht um. Wir tanken jetzt neue Kraft. Die Art und Weise heute macht mir Mut und lässt mich sicher sein, dass wir das auch schaffen werden», sagte Schäfer im Kontrast zum Trainer, der an das Restprogramm erinnerte: «Da kommt noch einiges auf uns zu.» In den acht Spielen nach der Länderspielpause muss Fortuna noch gegen die Meisteraspiranten Bayern München und Borussia Dortmund sowie in zwei Wochen im Derby gegen den Vierten Mönchengladbach ran.

Einmal in Fahrt ließ der 65-Jährige auch noch seinen Frust am Umgang der Schiedsrichter mit der Handregel raus. Vor dem 1:1 durch Admir Mehmedi (34.) hatte Vorbereiter Wout Weghorst den Ball klar mit der Hand gespielt. Referee Bastian Dankert urteilte nach Studium der Videobilder indes: Keine Absicht. «Ich kann das nicht mehr hören», schimpfte Funkel: «Er verschafft sich dabei einen klaren Vorteil.» Was den Routinier besonders aufregt, ist die unterschiedliche Auslegung vergleichbarer Szenen: «Das ist Willkür. Weil es keine einheitliche Regelung gibt.» Spielentscheidend - das musste selbst Funkel einräumen - war dieser Aufreger freilich nicht.

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