Demonstrationen
Demonstrationen gegen Rassismus: «Kein Veedel für Rassismus»

Berlin/Köln (dpa/lnw) - Mehrere Tausend Menschen haben in deutschen Städten gegen Rassismus und rechte Parteien protestiert. Nach Informationen des Veranstalters kamen allein in Berlin am Samstag rund 2500 Teilnehmer zusammen, die Polizei machte dazu keine Angaben. Der Demonstrationszug des Bündnisses «Aufstehen gegen Rassismus» zog durch die Hauptstadt, auch vor dem Kölner Dom versammelten sich Demonstranten. Die Grünen, Linken, die SPD und der Vertreter der Muslime standen hinter dem Aufruf zur Demonstration.

Sonntag, 17.03.2019, 10:33 Uhr aktualisiert: 17.03.2019, 10:42 Uhr

Vor dem Kölner Dom waren es zwar nur rund 100 Teilnehmer des Protests, zuvor hatten sich Protestierende nach Veranstalterangaben aber bereits auf verschiedenen Plätzen der Stadt versammelt. Auch sie appellierten an die Öffentlichkeit, statt auf Spaltung durch rechte Politik auf Solidarität und ein harmonisches Miteinander in der Vielfalt zu setzen. Auf Zetteln, die sie in die Höhe hielten, standen Wörter wie «Diversität» oder «Hilfsbereitschaft». Und auf einem großen Transparent stand der Slogan «Kein Veedel für Rassismus» - Veedel heißt Viertel. Den Veranstaltern zufolge gab es zudem Infostände in Aachen und Neuss. Am kommenden Donnerstag ist zudem eine Kundgebung in Essen geplant.

In Eisenach, Chemnitz und Frankfurt kam es ebenfalls zu Versammlungen gegen Rassismus. Der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert rief in Chemnitz zu mehr Mut im Kampf gegen Rassismus und rechte Hetze auf. «Es darf im Umgang mit Rassisten und Rassistinnen keine Normalität geben», sagte der Sozialdemokrat.

Weltweit finden in den «Internationalen Wochen gegen Rassismus» zwischen dem 10. und 23. März Demonstrationen und Veranstaltungen statt. Der Protest richte sich in Deutschland besonders gegen die AfD als Sammelbecken für extreme Rechte, teilte das Bündnis mit.

In Gedenken an die Opfer des Doppelanschlags auf zwei Moscheen in Neuseeland legten die Demonstranten in Berlin eine Schweigeminute ein. In Eisenach waren nach Polizeiangaben rund 650 Menschen unterwegs, in Chemnitz sprach der Veranstalter von «bis zu 250». An der Frankfurter Hauptwache waren es etwa 300 Kundgebungsteilnehmer.

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