«Mops-Affäre»
Gutachter billigt Pfändung und Verkauf

Ahlen - Im öffentlichen Streit um die gepfändete und bei Ebay verkaufte Mops-Dame «Edda» hat Ahlens Bürgermeister Alexander Berger (CDU) juristische Rückendeckung bekommen. Das Handeln der Stadt sei nicht rechtswidrig gewesen, erklärte eine mit der rechtlichen Überprüfung des Vorgangs beauftragte Kanzlei aus Hamm laut einer Mitteilung der Stadt vom Montag. Die Verletzung von «Form- und Verfahrensvorschriften» sei dabei «im Ergebnis unbeachtlich».

Montag, 18.03.2019, 18:51 Uhr aktualisiert: 18.03.2019, 20:09 Uhr
«Mops-Affäre»: Gutachter billigt Pfändung und Verkauf
Foto: Guido Kirchner

Die Stadt hatte die Hündin bei einer Familie in Ahlen gepfändet und zugunsten der Stadtkasse verkauft, weil die Familie hohe Schulden bei der Kommune hatte. Die Polizeibeamtin Michaela Jordan kaufte das als gesund angepriesene Tier für 690 Euro und stellte dann unter anderem eine schwerwiegende Augenkrankheit fest. Außerdem lief der Verkauf unzulässigerweise über ein privates Ebay-Konto , wie der Bürgermeister später einräumte.

Die Käuferin der Mops-Dame klagte nach eigenen Angaben, weil sie den Kaufpreis und die Tierarztkosten erstattet bekommen wollte. Die Stadt bot ihr inzwischen auf ihrer Homepage an, die Pfändung und den Verkauf rückabzuwickeln, was die Käuferin aber ablehnte.

Das Tierwohl des Mopses sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, hieß es in dem Gutachten. Der Fehler eines Verkaufs über ein privates Ebay-Konto werde sich aufgrund einer entsprechenden Dienstanweisung nicht wiederholen. Die Zivilklage auf Kaufpreis- und Arztkostenerstattung sei der Stadt inzwischen zugestellt worden. Sie werde ebenfalls rechtlich geprüft. Nach früheren Angaben des Amtsgerichts ist frühestens in einigen Monaten mit einer Verhandlung zu rechnen.

 

Mops "Edda" in ihrem neuen Heim

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  • Erst wird die Mops-Dame "Edda" von der Stadtverwaltung zum Schuldeneintreiben gepfändet. Dann wird das Tier über den privaten Ebay-Account eines Stadtmitarbeiters verkauft. Das westfälische Ahlen ist in diesem Fall gleich von mehreren Seiten in die Kritik geraten. Kämmerer Dirk Schlebes verteidigte das Vorgehen der Stadt jedoch als rechtmäßig. Laut Zwangsvollstreckungsgesetz könne wertvoller Besitz wie der Familien-Mops gepfändet werden, sagte der parteilose Kommunalpolitiker am Donnerstag, 28. Februar, der Deutschen Presse-Agentur.

    Foto: Mikko Schümmelfeder
  • Nach der Pfändung und dem Verkauf der Hündin via Ebay nimmt die Kritik am Vorgehen der westfälischen Stadt Ahlen zu. "Das Tier, seine Bedürfnisse und sein Wohlergehen wurden hier vollkommen außen vor gelassen", sagte Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund am Freitag, 1.März, auf dpa-Anfrage. Der Verkauf über Ebay-Kleinanzeigen setze «dem Ganzen regelrecht die Krone auf», kritisierte die Sprecherin. Mit Tieren über Internetplattformen zu handeln, sei absolut abzulehnen, da man Lebewesen damit zu Waren degradiere.

    Foto: Mikko Schümmelfeder
  • Die Mops Hündin "Edda", jetzt umbenannt in "Wilma" sitzt mit Ihrer neuen Besitzerin Michaela Jordan vor einem Laptop. Die Käuferin der Hündin verklagt die westfälische Stadt Ahlen. "Das war alles gelogen", sagt sie. Die Hündin sei nicht untersucht, nicht geimpft, voller ansteckender Würmer gewesen und hätte ohne Operationen wohl ihr Augenlicht auf einer Seite verloren, sagte die neue Besitzerin.

    Foto: Guido Kirchner
  • Sie will den Kaufpreis und die Tierarztkosten erstattet bekommen. Der Mops sei als gesund, geimpft, entwurmt, ärztlich untersucht und "mit Stammbaum" angepriesen worden.

    Foto: Guido Kirchner
  • "Das war alles gelogen", sagt sie. Die Hündin sei nicht untersucht, nicht geimpft, voller ansteckender Würmer gewesen und hätte ohne Operationen wohl ihr Augenlicht auf einer Seite verloren, sagte die neue Besitzerin.

    Foto: Guido Kirchner
  • "Wilma" sitzt neben ihren neuen Freunden den beiden Möpsen "Malte" und "Ole".

    Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner

 

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