Schulpolitik
Keine Einschulung mit fünf: Eltern-Initiative will Stichtag zurück verlegen

Düsseldorf. Mit fünf Jahren zur Schule? Für viele Eltern ist das definitiv zu früh. Eine Essener Mutter hat darum eine Online-Petition gestartet: Das Land soll den Stichtag für die Einschulung wieder auf den 30. Juni zurückdrehen. Am Mittwoch hat sie dem Landtag dafür mehr als 40.000 Unterschriften übergeben. Aber allzu große Hoffnungen sollte sie sich nicht machen.

Mittwoch, 20.03.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 20:02 Uhr
Schulpolitik: Keine Einschulung mit fünf: Eltern-Initiative will Stichtag zurück verlegen
Schulministerin Yvonne Gebauer sieht bei der Landesregierung keine Bestrebungen, den Stichtag zu verändern. Foto: dpa

Mehr als 40.000 Unterschriften hat eine Mutter aus Essen gesammelt, damit der Stichtag für die Einschulung in NRW spätestens ab dem Schuljahr 2020/21 wieder vom 30. September auf den 30. Juni zurück verlegt wird. 

Eltern sollen selbst entscheiden dürfen 

Am Mittwoch übergab Sylvia Montanino die Unterschriften an den Petitionsausschuss des Landtags, der nun über die Initiative beraten will. Ziel ist, dass keine Fünfjährigen mehr eingeschult werden. Der als Online-Petition entstandene Antrag gesteht Eltern zu, deren Kinder zwischen dem 1. Juli und dem 30. September sechs Jahre alt werden, dass sie über eine Einschulung im selben Jahr entscheiden dürfen.

Schulministerin dämpft Hoffnungen

Die Initiatoren hoffen, dass NRW dem Beispiel Niedersachsens folgt und den Stichtag zurückdreht. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), die Montanino im Landtag zu einem kurzen Austausch traf, dämpfte allerdings die Hoffnungen: „Es gibt von der Landesregierung keine Bestrebungen, den Stichtag entsprechend zu verändern“, erklärte sie anschließend. Sie habe bereits kurz nach Amtsantritt per Erlass geregelt, „dass Kinder, die dem Alter nach einschulungspflichtig, aber nicht einschulungsreif sind, entsprechend zurück gestellt werden können“. 

Wohl des Kindes an erster Stelle

Dafür ist festgelegt, dass dafür auch die Annahme eines Schularztes ausschlaggebend sein kann, dass ein zu früher Start in die Schullaufbahn auch langfristig zu einer körperlichen oder seelischen Belastung führen kann. Gebauer kündigte an, im Kürze erhalte sie erstmals Zahlen, wie sich dieser Erlass ausgewirkt habe. Danach wolle sie prüfen, ob es noch Handlungsbedarf gibt. Im Zentrum müsse das Wohl des Kindes stehen. Dabei sollen die Schulleitungen weiter „den Hut auf haben“.        

2006 hatte die damalige schwarz-gelbe Koalition beschlossen, dass der Stichtag für die Einschulung stufenweise auf den 31. Dezember verlegt werden sollte. Die rot-grüne Minderheitsregierung stoppte 2011 diese Verschiebung beim Stichtag 30. September. 

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