Kriminalität
Drogenproduktion auf dem Familienhof: Bis zu zehn Jahre Haft

Auf dem entlegenen Hof ihrer Mutter produzierten zwei Brüder am Niederrhein jede Menge Amphetamin. Die Richter verhängten gegen das insgesamt sechsköpfige Team zum Teil hohe Haftstrafen.

Mittwoch, 03.04.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 20:12 Uhr
Das Amts- und Landgericht Kleve.
Das Amts- und Landgericht Kleve. Foto: Jan-Philipp Strobel

Kleve (dpa/lnw) - Auf dem abgelegenen Hof der Mutter am Niederrhein lief die Amphetamin-Produktion von zwei Brüdern wie am Schnürchen - am Mittwoch hat das Landgericht Kleve Haftstrafen von drei Jahren und sechs Monaten bis zu zehn Jahren gegen die Mitglieder eines sechsköpfigen Teams verhängt. Die Angeklagten wurden wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln oder wegen Beihilfe dazu verurteilt, wie ein Gerichtssprecher nach der Urteilsverkündung mitteilte. Zum Teil wurde ihnen auch bandenmäßiges Vorgehen zur Last gelegt.

In nur drei Monaten produzierten die Angeklagten Anfang 2018 so viel Amphetaminöl, dass es in der weiteren Verarbeitung für 9,2 Tonnen konsumfertiges Amphetamin reichte. Das Landeskriminalamt sprach von einem außergewöhnlich großen Fall.

Eingestielt wurde die Drogenproduktion von dem 40-jährigen Hauptangeklagten, wie die Richter feststellten. Er bekam die höchste Freiheitsstrafe. Der Mann hatte demnach Spielschulden von 100 000 Euro. Hintermänner zwangen den Mann, eine Drogenküche aufzubauen. Dazu mietete sich der Hauptangeklagte in dem Hof in Wachtendonk ein und baute mit seinem Know-How die professionelle Drogenküche mit acht Kochstellen auf.

Der 32-jährige Sohn der Hofbesitzerin stieß dazu und wurde Produktionsleiter. Er wurde zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Als ihm und einem Mitarbeiter des Hofes die Arbeit zu viel wurde, half der 27-jährige Bruder mit. Für den jüngeren Bruder ordneten die Richter die Haft von drei Jahren und sechs Monaten und die Unterbringung zur Entziehung an. Die Mutter bekam eine Strafe von 4 Jahren und sechs Monaten. Außerdem soll von den Verurteilten laut Urteil Vermögen von insgesamt 89 000 Euro aus dem Handel abgeschöpft werden.

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