Klima
Kohleausstieg: Mehr als ein Drittel der Fördergelder für NRW

Berlin/Düsseldorf (dpa/lnw) - Unter den vom Braunkohleausstieg betroffenen Bundesländern soll Nordrhein-Westfalen einem Bericht zufolge mehr als ein Drittel der Gesamtfördermittel bekommen. Insgesamt sei bis zum Jahr 2038 eine Fördersumme von 40 Milliarden Euro geplant. 14 Milliarden davon sollen den Ländern als direkte Finanzhilfen zufließen, der Rest in Form von «weiteren Maßnahmen zugunsten der Braunkohleregionen», wie aus einem 16-seitigen Eckpunktepapier hervorgeht, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst hatten das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und der «Spiegel» am Freitag darüber berichtet.

Freitag, 05.04.2019, 20:28 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 20:42 Uhr
Der Förderturm der Zeche Prosper Haniel.
Der Förderturm der Zeche Prosper Haniel. Foto: Oliver Berg

37 Prozent der Gelder (5,2 Milliarden Euro) sollen laut dem RND an Nordrhein-Westfalen gehen. Brandenburg soll 25,8 Prozent erhalten (3,6 Milliarden Euro), Sachsen 25,2 Prozent (3,5 Milliarden Euro) und Sachsen-Anhalt 12 Prozent (1,7 Milliarden Euro). Das Geld soll für Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung, Infrastruktur, Naturschutz, Raumentwicklung und Tourismus zur Verfügung gestellt werden. Die Länder sollen die Gelder selbst verwalten können, heißt es in dem Papier. Der Bund wolle den Mitteleinsatz allerdings alle drei Jahre prüfen.

Die Summe entspricht dem, was im Abschlussbericht der von der Regierung eingesetzten Kohlekommission gefordert wurde. Die Kommission hatte nach langen Verhandlungen Ende Januar ein Konzept für einen Ausstieg aus der Kohle-Verstromung bis spätestens 2038 vorgelegt.

«Ziel der Bundesregierung ist es, die Regionen als Energieregionen der Zukunft zu erhalten und Strukturbrüche sowie Einschränkungen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu vermeiden», zitiert der «Spiegel» aus der Einleitung des Papiers.

Bereits am Donnerstag war ein Sofortprogramm zur Förderung vielfältiger Projekte mit einem Volumen von 260 Millionen Euro beschlossen worden. Davon wird der Bund 240 Millionen Euro tragen. Die Regierungschefs der ostdeutschen Braunkohleländer hatten sich zuletzt dagegen gewehrt, geplante Projekte mitfinanzieren zu müssen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6521930?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F22265%2F
Transparent am Dom
Ein riesiges Transparent hatten Unbekannte passend zum Wochenmarkt am Dom-Gerüst befestigt.
Nachrichten-Ticker