Verkehr
Dämpfer für den Nahverkehrsverbund VRS

Köln (dpa/lnw) - Erstmals seit fast einem Vierteljahrhundert sind etwas weniger Menschen im Großraum Köln/Bonn in Bussen und Bahnen unterwegs gewesen als zuvor. Die Zahl der transportierten Fahrgäste sei im Jahr 2018 um 0,8 Millionen auf 551,2 Millionen gesunken, teilte der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) am Donnerstag in Köln mit. Das ist prozentual zwar nur ein winziges Minus von 0,15 Prozent, aber dennoch bemerkenswert: In den Vorjahren war es stets nach oben gegangen. Im Jahr 1994 hatte es den letzten Rückgang gegeben.

Donnerstag, 11.04.2019, 17:50 Uhr aktualisiert: 11.04.2019, 18:02 Uhr
Die Logos der Verkehrsverbünde NVR, VRR und NWL sind an einem Wagen zu sehen.
Die Logos der Verkehrsverbünde NVR, VRR und NWL sind an einem Wagen zu sehen. Foto: Henning Kaiser

Die Infrastruktur stoße an ihre Grenzen, hieß es zur Begründung. Auf den Gleisen können also gar nicht oder kaum noch mehr Verkehrsmittel eingesetzt werden, weil zum Beispiel Haltestellen recht kurz sind und weil die Auslastung auf dem Streckennetz ohnehin schon hoch ist. Eine Rolle für den Fahrgast-Rückgang spielte auch der heiße Sommer 2018 - dadurch seien mehr Menschen mit dem Fahrrad gefahren statt in Bussen oder Bahnen, so der VRS. Der Verbund umfasst Köln und Bonn sowie das Umland, im Westen geht der VRS bis nach Düren.

Der Verbund nahm im vergangenen Jahr rund 674 Millionen Euro ein und damit etwa gleich viel wie 2017. Als Fahrgast ist in der Statistik ein Mensch gemeint, der ein Verkehrsmittel nutzt. Steigt er auf seinem Weg etwa vom Bus in die Bahn um, wertet ihn die VRS in der Statistik als zwei Fahrgäste oder, wie es eigentlich heißt, als zwei «Fahrten».

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