Kriminalität
Biersteuer hinterzogen: Razzia und Festnahmen

Hannover/Paderborn (dpa) - Zoll- und Steuerfahnder sind einer Betrügerbande auf die Schliche gekommen, die über Scheingeschäfte in Deutschland dem Fiskus in Frankreich mehr als 9,5 Millionen Euro Biersteuer vorenthalten haben sollen. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Paderborn wurden am 10. April in Ostwestfalen und Thüringen 14 Objekte, darunter Privatwohnungen, Geschäftsräume, Lagerstätten und eine Steuerkanzlei durchsucht und drei Beschuldigte mit Haftbefehl festgenommen, wie das Zollfahndungsamt Hannover und die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilten.

Montag, 15.04.2019, 19:39 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 19:52 Uhr
Das Logo der deutschen Zollbehörde während einer Pressekonferenz an einer Uniform.
Das Logo der deutschen Zollbehörde während einer Pressekonferenz an einer Uniform. Foto: Ralf Hirschberger

Die Zollfahnder ermittelten seit Dezember 2017 wegen des Verdachts auf gewerbs- und bandenmäßige Steuerhinterziehung gegen eine europaweit agierende Tätergruppe. Bei dem «Geschäftsmodell» wurde unversteuertes Bier aus Frankreich nur zum Schein nach Deutschland transportiert und dort versteuert.

Allerdings wurde der Gerstensaft dann nicht wie behauptet über Firmensitze in Deutschland verkauft, sondern nach bisherigen Ermittlungen auf Schwarzmärkten in Frankreich und Großbritannien. Die dortigen Biersteuersätze liegen aber um das Vier- beziehungsweise Zehnfache über den deutschen Tarifen: «Bei rund 1065 LKW-Lieferungen mit einer Menge von 23 Millionen Litern Bier kam es daher zur Vermeidung der 9,5 Millionen Euro Biersteuer in Frankreich», errechneten die Fahnder.

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