Kriminalität
Frauen und Kinder missbraucht: Mutter im Visier

Datteln (dpa/lnw) - Im Fall des mutmaßlichen Missbrauchs von Frauen und Kindern in Datteln ermittelt die Polizei auch gegen die Mutter eines mutmaßlichen Opfers. Der Mutter wird Beihilfe vorgeworfen, wie eine Polizei-Sprecherin am Mittwoch sagte. Nähere Details wollte sie aus Rücksicht auf den Schutz der mindestens 15 Opfer des 54-Jährigen Hauptverdächtigen nicht machen.

Mittwoch, 17.04.2019, 16:57 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 17:02 Uhr

Der alleinlebende Mann soll über Jahre hinweg Frauen und Kinder in seiner Wohnung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln betäubt, sie missbraucht und die Taten gefilmt haben. Im Zuge der Ermittlungen wertet die Polizei 12 Terabyte Datenmaterial aus. Der 54-Jährige sitzt seit seiner Festnahme im Februar in Untersuchungshaft und äußert sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

Wie ebenfalls bekannt wurde, war das Jugendamt der Stadt Datteln einem mehrere Jahre alten Hinweis gegen den Hauptbeschuldigten auf möglichen Besitz von Kinderpornografie offenbar nicht nachgegangen. Die «Dattelner Morgenpost» hatte zuvor berichtet. Nach Angaben der Polizei soll dieser Hinweis im Rahmen eines familienrechtlichen Verfahrens im Jahr 2014 aufgetaucht sein. «Wir haben aber erst jetzt im Zuge der Ermittlungen Kenntnis davon erlangt», sagte die Polizei-Sprecherin. Der Hinweis habe damals weder Polizei noch Staatsanwaltschaft erreicht.

Ein Stadtsprecher erklärte auf Anfrage, die vorliegenden Informationen seien nicht hinreichend gewesen, um ein Eingreifen zu rechtfertigen. Nach seinen Angaben bezieht sich der schriftliche Hinweis aus dem Gerichtsverfahren auf Äußerungen aus dem Jahr 2003. «Es gibt keine belastbaren und unmittelbaren Hinweise, die aus heutiger Sicht das Handeln des Jugendamts in diesem Fall in Frage gestellt hätten», teilte er weiter mit.

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