Prozesse
Freier betäubt und ausgeplündert: Rotlichtprozess beginnt

Haben Prostituierte in Düsseldorf Freier betäubt, um sie auszunehmen? Vier Frauen und ein Bordellmitarbeiter kommen wegen schwerer räuberischer Erpressung vor das Landgericht. Sie sollen die Männer um bis zu 9000 Euro erleichtert haben.

Freitag, 26.04.2019, 07:45 Uhr aktualisiert: 26.04.2019, 07:52 Uhr
Eine Prostituierte wartet auf ihrem Zimmer in einem Bordell auf Kundschaft.
Eine Prostituierte wartet auf ihrem Zimmer in einem Bordell auf Kundschaft. Foto: Andreas Arnold

Düsseldorf (dpa/lnw) - Sie sollen Freier betäubt und ausgeplündert haben: Vor dem Düsseldorfer Landgericht beginnt am Montag (29.4.) ein Prozess gegen vier Prostituierte und einen Bordellmitarbeiter. Den Frauen im Alter zwischen 35 und 52 Jahren sowie dem 55-Jährigen werden schwere räuberische Erpressung vorgeworfen.

Sie sollen Besucher eines Bordells in der Nähe des Hauptbahnhofs mit Alkohol und Drogen betäubt und dann ausgenommen haben. Den Gästen wurden laut Anklage bis zu 9000 Euro abgebucht. Mehrfach gingen die Freier, auch weil sie sich über ihre auffällig schlechte körperliche Verfassung wunderten, schon einen Tag nach dem Bordellbesuch zur Polizei und erstatteten Anzeige. Teils wurde Kokain in ihrem Blut nachgewiesen.

Die rund 70 Seiten dicke Anklageschrift listet Vorwürfe aus einem Zeitraum von eineinhalb Jahren und einen Gesamtschaden von rund 120 000 Euro auf. Der angeklagte 55-Jährige arbeitete in dem Bordell als Wirtschafter. Er war für die Sicherheit der Frauen zuständig, hatte das Terminal für Kartenzahlungen, nahm die Miete der Frauen ein und zahlte Bargeld aus, wenn Kunden mit der Karte gezahlt hatten.

Bislang hat das Gericht zwei Verhandlungstage angesetzt. Zu den Vorwürfen sollen die Angeklagten bislang noch nichts gesagt haben.

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