Schäden durch die Dürre
Waldschäden: NRW knausert bei Hilfen

Münster/Düsseldorf -

Borkenkäfer-Plage und Sturmfolgen: die Schäden im heimischen Wald sind enorm. Die Waldbauern brauchen Hilfe – doch das Land zögert und knausert.

Mittwoch, 01.05.2019, 09:00 Uhr
Die Schäden im nordrhein-westfälischen Wald sind enorm. Doch Hilfe ist nur im geringen Maß in Sicht. 
Die Schäden im nordrhein-westfälischen Wald sind enorm. Doch Hilfe ist nur im geringen Maß in Sicht.  Foto: Kristian van Bentem

Die Schäden durch Borkenkäferbefall und Sturmtief Friederike gehen in die Millionen – doch das Land NRW gibt sich bei der finanziellen Hilfe äußerst knauserig. Nach Informationen unserer Zeitung zahlen andere Bundesländer deutlich mehr Hilfsgelder.

„Es ist traurig, dass NRW als das flächenmäßig am stärksten betroffene Bundesland die mit Abstand geringsten Mittel bereitstellt und bislang als einziges Bundesland keine Zusage zur Förderung von Eigenleistungen gemacht hat“, kritisiert Baron Heereman, Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW, gegenüber unserer Zeitung.

Mehrfach Hilfsmittel gefordert

Nach Angaben des Waldbauernverbandes hat der Borkenkäfer in NRW bereits über zwei Millionen Festmeter Fichtenholz befallen, die gesamte Schadensmenge beläuft sich auf 4,3 Millionen Festmeter – neben dem Borkenkäfer sind auch die Schäden aus dem Sturm Friederike zu berücksichtigen. Die Waldbauern haben bereits mehrfach Hilfsmittel vom Land NRW in Höhe von 16,5 Millionen Euro gefordert, die „Eins-zu-Eins“ in die Rettung des heimischen Waldes fließen sollen.

Konkret stellt zum Beispiel Sachsen deutlich mehr und schnellere Hilfen zur Verfügung – obwohl dort die Schäden geringer als in NRW ausgefallen sind. Auch Niedersachsen hat verbindlich Direkthilfen in Höhe von knapp zwölf Millionen in Aussicht gestellt. NRW plant laut vorliegendem Papier bisher 1,2 Millionen Euro an Sondermitteln. Konkrete Hilfszusagen für die Aufarbeitung und das Räumen von Holz aus den geschädigten Wäldern sind bisher gar nicht in den Förderrichtlinien des Landes enthalten.

Auch die LVM-Versicherung in Münster meldet für 2018 Schäden in Höhe von 40 Millionen Euro durch Brände, die infolge der in vergangenen Jahr aufgetretenen Dürre in der Landwirtschaft und in gewerblichen Betrieben entstanden sind. Zerstört wurden landwirtschaftliche Geräte und Gebäude. Die Ernteausfälle lassen sich nach Auffassung von LVM-Chef Mathias Kleuker schwer versichern. „Das wird ohne staatliche Unterstützung zu teuer.“

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