Laumann: Qualitätskontrolle in Pflegeheimen wird reformiert
Weg mit den „blöden Noten“

Münster -

Der umstrittene Pflege-TÜV, bei dem die vermeintliche Qualität von Heimen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mit Schulnoten bewertet wird, ist Ende des Jahres Geschichte. „Die blöden Noten kommen weg“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag in Münster. Es habe sich erwiesen, dass sie keinerlei Bedeutung hätten.

Freitag, 10.05.2019, 19:02 Uhr aktualisiert: 10.05.2019, 19:08 Uhr
Laumann: Qualitätskontrolle in Pflegeheimen wird reformiert: Weg mit den „blöden Noten“
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Foto: dpa

In der Vergangenheit hätten fast alle Einrichtungen mit „sehr gut“ abgeschnitten – eine Bewertung der echten Pflegeleistung ha­be das Notensystem aber nicht geboten. Die Traumnoten hätten oft einen Pflegealltag kaschiert, der nicht traumhaft gewesen sei, da diese sich vor allem auf die Aktenlage, also die vom Personal angelegte Doku­men­tati­on bezogen und nicht auf den Zustand des Pflegebedürftigen.

Im November wird der 2008 eingeführte Pflege-TÜV, der Pflegebedürftigen sowie deren Angehörigen bei der Auswahl der Einrichtung helfen sollte, in NRW schrittweise durch ein System ersetzt, das weniger Wert auf Papierkram legt und stattdessen „das Wohlergehen des Heimbewohners ins Zentrum rückt“, sagte Klaus Wingenfeld, Pflegewissenschaftler der Uni Bielefeld und geistiger Vater der neuen Qualitätsprüfung.

Neues Zwei-Säulen-Modell

An die Stelle von Noten tritt nun ein Zwei-Säulen-Modell. Die erste Säule ist die Erfassung der Pflegeleistungen durch die Heime selbst, bei der nicht mehr jede Kleinigkeit dokumentiert werden muss. Um die Leistungen bewerten zu können, werden Durchschnittswerte für Pflegeleistungen entwickelt – quasi ein fiktives Referenzheim, das genau im Mittelfeld liegt.

Die zweite Säule ist die Plausibilitätskontrolle der Ergebnisse durch eine unabhängige „Datenauswertungsstelle“. Der MDK prüft die Einrichtungen weiter, aber nur stichprobenartig. Für Laumann kann der MDK perspektivisch nicht in der Trägerschaft der Kranken- und Pflegekassen bleiben. „Es glaubt uns niemand, dass er in dieser Konstruktion unabhängig ist.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6602758?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F22265%2F
Punkteteilung gegen Uerdingen: Preußen bleiben im eigenen Rund ungeschlagen
Fußball: 3. Liga: Punkteteilung gegen Uerdingen: Preußen bleiben im eigenen Rund ungeschlagen
Nachrichten-Ticker