Kriminalität
Bewährungsstrafe für U-Bahn-Schubser

Köln (dpa/lnw) – Ein 18 Jahre alter U-Bahn-Schubser ist am Donnerstag in Köln zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte im vergangenen Juni einen ihm unbekannten Mann auf das Gleis einer U-Bahn gestoßen. Nur dem Zufall sei es zu verdanken, dass der 43-Jährige nicht schwer verletzt oder gar von einer einfahrenden Bahn getötet worden sei, befand das Amtsgericht Köln. Es sprach den jungen Mann schuldig, verzichtete gemäß Jugendstrafrecht aber auf eine konkrete Strafzumessung. Stattdessen wurde eine Bewährungszeit von einem Jahr festgelegt, in der der junge Mann straffrei bleiben muss.

Donnerstag, 16.05.2019, 16:56 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 17:02 Uhr
Ein Zug fährt durch eine Haltestelle.
Ein Zug fährt durch eine Haltestelle. Foto: Henning Kaiser

Der Angeklagte hatte zuvor gestanden und sich bei dem 43-Jährigen entschuldigt. Kurz vor der Tat hatte er Streit mit seiner Freundin gehabt, was ein Video einer Überwachungskamera dokumentierte. Aus Frust über die Auseinandersetzung schubste er nach Darstellung seiner Verteidigung dann den ihm entgegenkommenden Mann mit einem Schulterstoß ins Gleisbett. Der Vorfall wurde von der Überwachungskamera der Kölner Verkehrs-Betriebe aufgezeichnet.

In einem Brief hatte sich der Angeklagte bereits vor Eröffnung des Verfahrens bei dem 43-Jährigen entschuldigt. Ferner hatte er freiwillig ein Anti-Aggressionstraining begonnen. In der Gerichtsentscheidung wurde ihm die Bewährungsauflage gemacht, den erfolgreichen Abschluss des Trainings dem Gericht nachzuweisen. Zudem erlegte ihm das Gericht 80 Stunden Sozialdienst auf. Verstöße gegen die Bewährungsauflagen könnten eine Wiederaufnahme des Verfahrens und eine Verurteilung zu einer Jugendstrafe nach sich ziehen, erklärte ein Gerichtssprecher.

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