Kriminalität
Rietberger Raubmord: Fast sieben Jahre Haft für Angeklagten

Bielefeld (dpa) - Im Revisionsverfahren um einen Raubmord im ostwestfälischen Rietberg hat das Landgericht Bielefeld am Montag einen der beiden Angeklagten wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu 6 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach Angaben eines Gerichtssprechers läuft der Prozess gegen den zweiten Angeklagten Robert D. wegen Mordes weiter.

Montag, 20.05.2019, 20:27 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 20:42 Uhr
Blick auf den Eingang vom Landgericht in Bielefeld.
Blick auf den Eingang vom Landgericht in Bielefeld. Foto: Friso Gentsch

Bei dem Überfall auf ein Brüderpaar im November 2015 im Kreis Gütersloh war ein 64-jähriger Mann ums Leben gekommen. Sein damals 63-jähriger Bruder konnte sich schwer verletzt zu Nachbarn schleppen. Die Brüder hatten insgesamt rund 400 000 Euro Verdienst aus ihrer Arbeit mit einer Autowerkstatt auf einem ehemaligen Bauernhof versteckt. Die Täter hatten aber nur 700 Euro gefunden.

Der jetzt verurteilte Artur T. hatte zugegeben, das Tatfahrzeug gefahren zu haben und den Überfall mit dem Kauf von Kabelbindern, Klebeband und Lösungsmittel in einem Baumarkt vorbereitet zu haben. Eine Tötungsabsicht aber hatte er bestritten.

Dem mutmaßlichem Mittäter war nach dem Überfall die Flucht gelungen. Im September 2017 wurde er gefasst. Er sitzt in Polen wegen anderer Delikte in Haft. Wegen des Raubmordes in Rietberg läuft gegen ihn in Deutschland ein eigenes Strafverfahren. Die Ermittler waren davon ausgegangen, dass er den 64-Jährigen getötet hatte.

Das Landgericht Bielefeld hatte zwei der insgesamt drei Täter, zwei Polen und einen Deutschen, im Dezember 2016 wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Habgier, versuchtem Raub mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. Der BGH rügte, dass Tatplan und Vorsatz in der Beweisführung zu wenig gewürdigt wurden. Seit Ende Februar 2018 läuft der zweite Anlauf.

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