Stahl
Thyssenkrupp-Aufsichtsrat berät über neues Konzept

Wie geht es weiter bei Thyssenkrupp? Der Aufsichtsrat des Traditionsunternehmens berät nach dem Aus für die Stahlfusion mit Tata. Der Konzern steht vor einer Neuausrichtung - mit Konsequenzen für die Arbeitnehmer.

Dienstag, 21.05.2019, 03:47 Uhr aktualisiert: 21.05.2019, 03:52 Uhr
Die Hauptzentrale des Thyssenkrupp Konzerns in Essen.
Die Hauptzentrale des Thyssenkrupp Konzerns in Essen. Foto: Guido Kirchner

Essen (dpa/lnw) - Der Aufsichtsrat von Thyssenkrupp berät heute über das neue Konzept von Vorstandschef Guido Kerkhoff für einen radikalen Konzernumbau. Kerkhoff hatte vor knapp zwei Wochen überraschend seine ursprünglichen Pläne aufgegeben, das Traditionsunternehmen in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen für Werkstoffe und Industriegüter aufzuspalten.

Stattdessen will er den Konzern jetzt als Ganzes erhalten, aber flexibler machen. Dazu soll die Konzernzentrale in eine Dachgesellschaft umgebaut werden und die einzelnen Sparten sollen mehr Selbstständigkeit erhalten. Die neue Ausrichtung ist verbunden mit einem harten Sanierungskurs. In den kommenden drei Jahren sollen 6000 Stellen abgebaut werden.

Auslöser für den Strategieschwenk war der Widerstand der Brüsseler Wettbewerbshüter gegen die geplante Fusion der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit dem indischen Konkurrenten Tata. Neben der Stahlsparte dürfte der Jobabbau auch die Verwaltung treffen. Dort will Kerkhoff die jährlichen Kosten von derzeit 380 Millionen Euro auf unter 200 Millionen Euro in etwa halbieren.

Mit der IG Metall hat der Vorstand eine Grundsatzvereinbarung geschlossen, der zufolge es betriebsbedingte Kündigungen nur im Ausnahmefall geben soll. Für die deutschen Stahlstandorte gelten bis Ende des Jahres Beschäftigungs- und Standortgarantien. Die Gewerkschaft fordert, dass sie auch danach bestehen bleiben.

Nachdem bereits wichtige Ausschüsse und das Präsidium des Aufsichtsrats mit den Stimmen der Gewerkschaften Zustimmung zum Konzept von Kerkhoff empfohlen haben, wird das Ja des Kontrollgremiums erwartet.

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