Religion
Landesregierung will neues Fundament für Dialog mit Muslimen

Nordrhein-Westfalen geht in der Zusammenarbeit mit den Muslimen im Land neue Wege. Islamische Verbände vom Moscheeverein bis zu Pfadfindern oder Ärzten sollen sich in einem gemeinsamen Forum austauschen.

Mittwoch, 22.05.2019, 17:32 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 17:42 Uhr

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung will den Dialog mit muslimischen Verbänden auf eine breitere Basis stellen. Dafür wird am 1. Juli die neue «Koordinierungsstelle Muslimisches Engagement in NRW» an den Start gehen, wie Integrationsminister Joachim Stamp ( FDP ) am Mittwoch ankündigte. Unter ihrem Dach sollen in einem zivilgesellschaftlichen Forum Moscheevereine, aber auch nicht religiös ausgerichtete islamische Ärzte- oder Frauenverbände und Jugendorganisationen wie islamische Pfadfinder ihre Interessen vertreten können. Auch der umstrittene Moscheeverband Ditib ist zu Mitarbeit eingeladen. Schon jetzt seien Vorgespräche mit mehr als 35 Organisationen geführt worden, hieß es im Ministerium. Insgesamt sollen mehr als 80 muslimische Organisationen in NRW angesprochen werden.

In NRW leben etwa 1,3 bis 1,5 Millionen Muslime und bilden damit die größte religiöse Minderheit. Traditionell sind die Muslime aber wenig organisiert.

Das Modell des zivilgesellschaftlichen Forums sei in dieser Breite bundesweit bisher einmalig, sagte Stamp. Staatssekretärin Serap Güler sagte, Ziel sei es auch, «die Vielfalt der Glaubensrichtungen innerhalb des Islams sichtbar zu machen». Es gehe aber in dem Forum nicht in erster Linie um theologische Fragen und auch nicht um den islamischen Religionsunterricht. Die Landesregierung will den Teilnehmern bei ihren Themen aber freie Hand lassen. Neben dem Forum soll auch ein Expertenrat gebildet werden, der die Landesregierung beraten soll.

Die Zusammenarbeit der Landesregierung mit Muslimen konzentrierte sich bisher auf den Dialog mit großen Verbänden wie dem alevitischen Verband AABF oder dem Zentralrat der Muslime. Die institutionelle Kooperation mit dem bisher wichtigsten Ansprechpartner Ditib wurde wegen dessen Nähe zur Regierung in Ankara von der NRW-Landesregierung dagegen auf Eis gelegt.

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