Verteidigung
Bundeswehrkampagne bei Ford und VW kostete 18 000 Euro

Köln (dpa/lnw) - Die umstrittene Werbekampagne der Bundeswehr vor den Ford- und VW-Werken in Köln und Wolfsburg hat 18 000 Euro gekostet - und für ein Zerwürfnis zwischen dem Verteidigungsministerium und Ford gesorgt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Donnerstag, 30.05.2019, 08:43 Uhr aktualisiert: 30.05.2019, 08:52 Uhr

Nachdem Ford den Abbau von 5000 Stellen angekündigt hatte, ließ das Verteidigungsministerium im April vor dem Kölner Werk einen Transporter mit dem Spruch «Job Fort? Mach, was wirklich zählt» vorfahren. Das Motiv wurde auch in einer Kölner Zeitung als Anzeige gebucht. Kritik kam unter anderem von Ford und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Das Verteidigungsministerium sieht die Aktion dennoch als Erfolg: Den «verhältnismäßig geringen» Kosten von 18 000 Euro für Köln und Wolfsburg stehe eine «erhebliche Resonanz» gegenüber. So habe man über 588 Medienmeldungen eine «Reichweite von ca. 152,4 Mio. Kontakten generiert». Gleichzeitig führte die Werbeaktion laut der Antwort der Bundesregierung aber zu Ärger mit Ford. So habe der Autobauer vorher davon gewusst und noch gebeten, sie um eine Woche zu verschieben. Das sei aber nicht mehr möglich gewesen, so das Verteidigungsministerium.

Die Folge: Der Personalvorstand von Ford, der vor der Kampagne schon mit der Bundeswehr «erste Gespräche» über die Übernahme von Mitarbeitern geführt hatte, habe den Kontakt «abgebrochen». Er «wurde bis zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht wieder aufgenommen», so das Verteidigungsministerium. Ford wollte diese Aussage nicht kommentieren. Der Abgeordnete Tobias Pflüger (Linke), der die Kleine Anfrage gestellt hatte, kritisierte: «Es ist einfach unfassbar, wie die Bundeswehr im Vorfeld alle Bedenken von Ford ignoriert hat.»

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