Verkehr
Zu Pfingsten startet die sommerliche Stauhochsaison

Stuttgart/München -

Es wird voll, es wird stocken, und viele werden lange stillstehen. Am kommenden Pfingstwochenende, 7. bis 10. Juni, brauchen Reisende richtig gute Nerven auf der Autobahn. Es sei der Start in die „sommerliche Stauhochsaison“, berichtet der Auto Club Europa (ACE), und auch der ADAC warnt vor „Reisefrust“.

Dienstag, 04.06.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 16:22 Uhr
Verkehr: Zu Pfingsten startet die sommerliche Stauhochsaison
Als Stauhöhepunkte nennen die Autoclubs den Freitagnachmittag, den Samstag sowohl am Vormittag als auch am frühen Nachmittag. Foto: Matthias Balk/dpa

Ganz Deutschland sei unterwegs, so der ADAC . Entweder zum verlängerten Wochenende, da in Bundesländern wie etwa Berlin und Niedersachsen nach dem Pfingstmontag noch der Dienstag, 11. Juni, schulfrei ist. Viele machen sich auch auf den Weg in die Ferien. So starten Baden-Württemberg und Bayern in zweiwöchige Ferien. Das ist auch der Grund, warum im Süden die Staugefahr am höchsten ist, vor allem in südlicher und südöstlicher Richtung.

Als Stauhöhepunkte nennen die Autoclubs den Freitagnachmittag, den Samstag sowohl am Vormittag als auch am frühen Nachmittag. Insbesondere für Freitag rechnet die NRW-Verkehrszentrale mit einem schnell ansteigenden Reiseverkehr ab 13 Uhr. Die Situation wird bis gegen 18 Uhr andauern. Besonders betroffen sind davon die Autobahnen, die in Richtung der Küsten führen wie die A1, die A31, die A40, die A57 und die A61. Auch auf der A3 im Großraum Köln und im Bereich Oberhausen sowie in Höhe Arnheim (Arnhem) ist mit Staus zu rechnen.

Die weitere Prognose

Problemloser rollt es am Morgen des Pfingstsonntag - abgesehen vom Ausflugsverkehr rund um die Naherholungsgebiete. Der Rückreiseverkehr wird sich laut Prognose leicht auf den Autobahnen ab Sonntagmittag, 9. Juni, bemerkbar machen. Hier sind insbesondere die A3 im Bereich Oberhausen-Köln, die A44 aus Kassel in Richtung Dortmund und die A61 in Richtung Norden zu nennen.

Auf der A1 muss (aus Hamburg/Bremen kommend) in Fahrtrichtung Dortmund/Köln mit Staus und Behinderungen gerechnet werden. Im weiteren Verlauf kann es im Abschnitt von Dortmund bis Köln in beiden Richtungen, zum Beispiel im Bereich Volmarstein, zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen und Behinderungen kommen.

Rückreisende füllen dann am Montag und Dienstag jeweils vor allem am Nachmittag die Fernstraßen.

Engpässe und Baustellen

Die A40 wird zwischen den Anschlussstellen Mülheim-Winkhausen und Mülheim-Heimaterde in Fahrtrichtung Dortmund gesperrt, dort wird die Fahrbahn saniert. Die Sperrung beginnt Freitag, 7. Juni, um 22 Uhr und dauert bis Dienstagfrüh, 11. Juni, um 5 Uhr. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die weiträumigen Umleitungen über die parallel laufenden Autobahnen A52, A42 oder A2 zu nutzen. 

Neben der Lennetalbrücke (bei Hagen) finden auf der A45 zwischen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Süd in beiden Richtungen Arbeiten statt. Auch auf den Abschnitten Lüdenscheid bis zum Autobahnkreuz Olpe-Süd sowie von Siegen bis zur Landesgrenze Hessen ist mit Behinderungen zu rechnen.

10 Tipps gegen Langeweile im Stau

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  • 1. Drei Geschichten

    Spiele im Auto bieten Unterhaltung für Groß und Klein. Ein kreatives Spiel: Geschichten erraten. Jeder erzählt drei Geschichten über sich selbst, von denen eine erfunden ist. Die Mitfahrer müssen erraten welche.

    Foto: Z1009 Jan-Peter Kasper
  • 2. Wetten, dass ... in der Stau Edition

    Sobald der Verkehr steht, muss jeder Mitfahrer wetten, wie lange es dauert bis es weitergeht. Die Wetten werden notiert und wer richtig liegt, gewinnt! Das bringt sogar in einem Stau Spannung.

    Foto: dpa
  • 3. Kennzeichen-Bingo

    Die fortgeschrittene Variante des Klassikers „Kennzeichen raten“: Am besten noch vor der Abreise Bingokarten mit Kennzeichen-Abkürzungen vorbereiten und im Auto an die Mitreisenden verteilen - wer zuerst eine Reihe voll hat, gewinnt eine Kleinigkeit.

    Foto: Malte Christians
  • 4. Was bin ich?

    Noch ein sehr unterhaltsamer Klassiker: Einer der Reisenden denkt sich einen Beruf (alternativ: Tier, Promi, Charakter usw.) aus, die anderen versuchen, ihn zu erraten. Alle Fragen dürfen nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden.

    Foto: Marius Becker
  • 5. Musiktitel erraten

    Wem keine Berufe mehr einfallen, der dreht einfach das Radio auf: Alle Mitfahrenden müssen versuchen den laufenden Song möglichst schnell zu erraten. Wer den Titel als erstes weiß, gewinnt.

    Alternativ können alle Reisenden den neusten Sommerhit üben, das sorgt garantiert für gute Laune!

    Foto: Axel Seidemann
  • 6. Hörspiele

    Wer es etwas ruhiger angehen möchte, kann sich auch entspannt zurücklehnen und ein Hörspiel genießen. Mit spannenden oder unterhaltsamen Geschichten vergeht die Zeit gleich viel schneller. Besonders geeignet, wenn man alleine unterwegs ist.

    Foto: Jürgen Mahnke
  • 7. Einfach mal quatschen

    Gerade wenn man alleine unterwegs ist, kann man die Zeit im Stau gut für ein langes Telefonat nutzen - ob mit der Mutter, Oma oder mit Freunden. Einzige Voraussetzung ist eine Freisprechanlage, dann steht einem schönen Gespräch nichts im Wege.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • 8. Wischen und Putzen

    Man kann die Zeit im Stau natürlich auch praktisch nutzen: Mit ein paar Reinigungstüchern im Auto kann man Armaturenbrett und Lenkrad reinigen. Aber Achtung: Nicht abschnallen, sondern nur da putzen, wo man - ohne sich zu verdrehen - dran kommt.

    Foto: Frank Mächler
  • 9. Bewegung

    Geht gar nichts mehr vor oder zurück, kann man auch aussteigen und sich etwas Bewegung verschaffen. Etwa indem man zwei oder drei Runden um das Auto rennt.

    Foto: Bernd Thissen
  • 10. Essen und Trinken

    Gerade bei längeren Strecken gilt: Ausreichend Essen und Getränke mitnehmen. Getränke, die warm nicht mehr schmecken, oder Essen, das bei Wärme schmilzt, sind nicht so geeignet. Also besser Wasser oder Tee und leckeres Obst einpacken - denn mit vollem Magen ist alles nur noch halb so schlimm.

    Foto: A3399 Arne Dedert

Weiterhin muss im Wesentlichen auf folgenden Strecken mit Behinderungen gerechnet werden:

- Auf der A61 und der A565 im Raum Meckenheim - Bad Ahrweiler - Sinzig kann es zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen kommen. Besonders durch die Veranstaltung "Rock am Ring" auf dem Nürburgring ist auf den Anreisestrecken (ab dem 5. Juni) mit Staus in diesem Bereich zu rechnen.
- Auf der A43 im Raum Bochum - Recklinghausen ist mit Behinderungen und einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen.
- Auf der A44 ist im Bereich Werl mit Staus zu rechnen.
- Auf der A31 im Bereich des Autobahndreiecks Bottrop-Süd kann es zu Behinderungen kommen.
- Auf der A33 im Raum Paderborn kann es zu Staus und Behinderungen kommen.
- Auf der A40 im Bereich Duisburg muss in Fahrtrichtung Venlo mit Staus und Behinderungen gerechnet werden.
- Die Sperrung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf der Leverkusener A1-Rheinbrücke besteht weiterhin.

Aufgrund des erwarteten Feiertagsverkehr sollen wie üblich ab Freitagmittag, 7. Juni, keine Tagesbaustellen auf den Reisestrecken mehr eingerichtet werden. Es sei denn, Reparaturarbeiten sind aufgrund der Verkehrssicherheit zwingend erforderlich.

Generell müssen sich Autofahrer besonders rund um die Großräume Berlin, Köln, Hamburg, München und auf den Routen zu und von den deutschen Küsten sowie auf folgenden Strecken auf Behinderungen und Staus einstellen:

A1 Fehmarn - Lübeck - Hamburg - Bremen - Dortmund - Münster - Köln

A1, A3, A4 Kölner Ring

A2 Kamener Kreuz - Oberhausen - Dortmund - Hannover - Berlin

A3 Regensburg - Nürnberg - Würzburg - Frankfurt - Köln - Oberhausen; beide Richtungen; Oberhausen - Arnheim

A4 Kirchheimer Dreieck - Erfurt - Chemnitz - Dresden - Görlitz

A5 Hattenbacher Dreieck - Darmstadt - Karlsruhe - Basel

A6 Kaiserslautern - Mannheim - Heilbronn - Nürnberg

A7 Hamburg - Flensburg; Hamburg - Hannover - Würzburg - Füssen/Reutte

A8 Karlsruhe - Stuttgart - München - Salzburg; Salzburg - München; Ulm - Stuttgart - Pforzheim

A9 München - Nürnberg - Halle/Leipzig - Berlin; beide Richtungen

A10 Berliner Ring

A20 Wismar - Rostock - Grimmen

A24 Berliner Ring - Pritzwalk

A27 Walsrode - Bremen - Bremerhaven

A42 Kamp-Lintfort - Dortmund

A45 Dortmund - Hagen - Gießen

A46 Düsseldorf - Wuppertal

A61 Mönchengladbach - Koblenz - Hannover

A71 Erfurt - Suhl

A81 Suttgart - Singen

A73 Bamberg - Nürnberg

A93 Dreieck Inntal - Kufstein

A95 München - Garmisch-Partenkirchen

A99 Umfahrung München

...

Blick zu den Nachbarn

Auch in Österreich und in der Schweiz müssen sich die Autofahrer zu Pfingsten auf Staus auf den klassischen Reiserouten einstellen. Vor allem ab Freitagnachmittag und am Samstagvormittag in südlicher und am Montagnachmittag in nördlicher Richtung.

Der ADAC nennt besonders die Tauern-, Inntal-, Brenner- und Rheintalautobahn als Schwerpunkte. Auch auf der Fernpass- und Gotthardroute ist Geduld gefragt. In der Schweiz stockt es besonders vor dem Gotthardtunnel. Ab einer Stunde Wartezeit rät der ACE als Ausweichstrecke zur San Bernardino Route (A13).

Bei der Rückreise von Österreich nach Deutschland können Grenzkontrollen vor allem an den Übergängen Suben (A3), Walserberg (A8) und Kiefersfelden (A93) für Verzögerungen sorgen, teilt der ADAC mit.

Über die Pfingsttage zieht es außerdem viele Menschen ab Samstag, 8. Juni, zu einem Kurzurlaub in die benachbarten Niederlande. Beliebte Ausflugsziele liegen zum Beispiel in Roermond oder Venlo. 

Verkehrsteilnehmer aus dem Raum Köln/ Bonn mit Fahrtziel Roermond sollten die A4 in Fahrtrichtung Aachen und dann die A76 und A2 in Fahrtrichtung Eindhoven nutzen. Reisende aus dem Raum Düsseldorf nutzen die A44 beziehungsweise A52 nach Roermond. Aus dem Ruhrgebiet kommend empfiehlt sich die Fahrt nach Roermond zunächst über die A40 und A67 in Fahrtrichtung Venlo mit anschließendem Wechsel auf die A73 in Richtung Maastricht.

Um innerhalb des Stadtgebietes von Roermond Rückstau zu vermeiden, sollte nach Verlassen der Autobahn zweistreifig weitergefahren werden, um zum Outlet Center zu gelangen. Die Zufahrt zu den Parkplätzen ist hier immer über zwei Fahrstreifen möglich.

Verkehrsteilnehmer aus dem Raum Köln/Bonn mit Fahrziel Venlo sollten die A61 in Fahrtrichtung Venlo und dann die A74 und A73 bis zur Ausfahrt 16 "Venlo-Zuid" nutzen. Reisende aus dem Raum Düsseldorf nutzen die A44 beziehungsweise A52 und anschließend die A61 und A74 sowie die A73  bis zur Ausfahrt 16 "Venlo-Zuid" nach Venlo. Aus dem Ruhrgebiet kommend, empfiehlt sich die Fahrt nach Venlo zunächst über die A40 und A67 bis zur Ausfahrt 40 "Velden", dies ist die zweite Ausfahrt hinter dem Grenzübergang. Die Routenempfehlungen auf den "Anzeigewagen" am Grenzübergang A40 / A67 Venlo und auf der N271 sind dabei hilfreich, um störungsfrei in das Zentrum zu gelangen.

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