Kriminalität
Kein Missbrauch in Bonner Wohnwagen: Ermittlungen beendet

Bonn (dpa/lnw) - Im Fall eines zwölf Jahre alten Mädchens, das angeblich in einem Wohnwagen in Bonn sexuell missbraucht worden sein sollte, hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen eingestellt. Das bestätigte eine Behördensprecherin am Donnerstag. Der 55-jährige Bewohner des Wohnwagens, der am 3. März wegen des Verdachts des schweren Kindesmissbrauchs und Herstellens von Kinderpornos festgenommen worden war, sei aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Donnerstag, 06.06.2019, 16:12 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 16:22 Uhr

Der wegen Gewalttaten, Drogen- und Eigentumsdelikten vorbestrafte Mann hatte die Tatvorwürfe von Anfang an bestritten. Weder DNA-Spuren noch die Auswertung von Datenträgern hätten verwertbare Beweise ergeben, so die Begründung der Anklagebehörde. Auch habe die heute 13-Jährige im Rahmen der Ermittlungen keine weiteren Angaben gemacht, so dass «ihre ersten Angaben nicht auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden konnten».

Das damals vermisst gemeldete Mädchen hatte, nachdem es von der Polizei aus dem Wohnwagen herausgeholt worden war, den 55-jährigen Bewohner zunächst schwer belastet. Die Zwölfjährige war an Weiberfastnacht aus einer Jugendhilfeeinrichtung am Niederrhein ausgerissen und soll bei dem Mann und seiner Freundin (51) Unterschlupf gesucht haben, da sie dessen 17-jährigen Sohn kannte. Drei Tage lang soll sie im Wohnwagen gelebt haben, bis ein Zeuge den entscheidenden Fahndungshinweis gab. Nach der «Befreiung» war das Mädchen in die Obhut des Jugendamtes gegeben worden.

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