Handball
Tränen beim VfL Gummersbach: Erster Abstieg aus Bundesliga

Düsseldorf (dpa/lnw) - Handball-Traditionsverein VfL Gummersbach ist erstmals nach 53 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit abgestiegen. Am letzten Spieltag kamen die Oberbergischen in einem nervenaufreibenden Abstiegsendspiel beim direkten Konkurrenten SG BBM Bietigheim am Sonntag nicht über ein 25:25 (13:14) hinaus. Weil im Paralellspiel die Eulen Ludwigshafen 31:30 (14:15) gegen die GWD Minden gewannen, musste das letzte Gründungsmitglied, das seit 1966 ununterbrochen in der Bundesliga spielte, auf dramatische Art und Weise den Gang in die Zweitklassigkeit antreten - zusammen mit Bietigheim.

Sonntag, 09.06.2019, 17:12 Uhr aktualisiert: 09.06.2019, 17:22 Uhr
Bietigheims Jonas Link (Mitte, rechts) wirft den Ball vorbei an Gummersbachs Drago Vukovic in Richtung Tor.
Bietigheims Jonas Link (Mitte, rechts) wirft den Ball vorbei an Gummersbachs Drago Vukovic in Richtung Tor. Foto: Christoph Schmidt

Für den einst erfolgreichsten Handballverein der Welt ist damit das schlimmste Szenario eingetreten. Zwölf deutsche Meisterschaften, fünf Pokalsiege und elf Europacup-Triumphe feierte der Club. 1983 gelang den Gummersbachern sogar das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Sieg im Europapokal der Landesmeister. In den vergangenen Jahren aber befand sich der VfL im Sinkflug und konnte sportlich wie wirtschaftlich nicht mehr mit den Topclubs mithalten.

Den bislang letzten seiner insgesamt elf Europacupsiege feierte Gummersbach im Jahr 2011, der letzte von zwölf Meistertiteln liegt weitere 20 Jahre zurück. In den beiden vergangenen Spielzeiten wurde der Ligaverbleib als Tabellen-15. nur mit Mühe gesichert. Am Sonntag half auch die Unterstützung von 450 Anhängern nicht, die in acht Bussen nach Bietigheim gereist waren.

«Es fällt schwer, mir die Bundesliga ohne den VfL vorzustellen», sagte der frühere Gummersbacher Spieler und Trainer Heiner Brand. «Nicht nur mir, sondern vielen Menschen in der Region, denn der Verein gehört zu dieser Stadt.»

Die sportliche Zukunft ist ungewiss, um seine wirtschaftliche Existenz hingegen muss der VfL wohl nicht bangen. Die Lizenzbedingungen für die 2. Liga in der Saison 2019/2020 sind erfüllt worden. «In unserer aktuellen sportlichen Situation ist das mit Sicherheit eine positive und wichtige Meldung», sagte VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler vor der Partie.

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