Medien
Verlegerverband kritisiert Bundesratsinitiative NRWs

Die Landesregierung sorgt sich um die Medienvielfalt in NRW - und will journalistische Anbieter finanziell begünstigen, die nicht von Unternehmen sondern Spenden oder Stiftungsgeldern getragen werden. Die Zeitungsverleger im Land sehen das kritisch.

Mittwoch, 12.06.2019, 17:02 Uhr aktualisiert: 12.06.2019, 17:12 Uhr
Christian DuMont Schütte, der neue Vorsitzende des Zeitungsverlegerverbands NRW.
Christian DuMont Schütte, der neue Vorsitzende des Zeitungsverlegerverbands NRW. Foto: Bernd Thissen

Essen (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Zeitungsverlegerverband kritisiert eine Bundesratsinitiative der Landesregierung, die eine steuerliche Begünstigung von gemeinnützigem Journalismus vorsieht. Der Vorsitzende des NRW-Zeitungsverlegerverbandes (ZVNRW), Christian DuMont Schütte , sprach bei der Jahreshauptversammlung in Essen am Mittwoch von einer möglichen Wettbewerbsverzerrung.

Vergangene Woche hatte NRW im Bundesrat den Antrag vorgestellt, Vereinen und Stiftungen, die den Journalismus unterstützen, einen Gemeinnützigkeitsstatus zu ermöglichen. Laut Landesregierung könne so die Medienvielfalt gestärkt werden. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nannte als Beispiel ein Recherchezentrum, das sich über Spenden und aus Geldern einer Stiftung finanziert.

«Spendenfinanzierter Journalismus ist kein Garant für journalistische Unabhängigkeit», sagte dagegen DuMont Schütte. Für Verlage, die zurzeit viel Geld in digitalen lokalen Journalismus steckten, sei der Vorstoß der Landesregierung «eine weitere Belastung auf dem Weg zu neuen Geschäftsmodellen.»

Der Verbandsvorsitzende, der gleichzeitig Aufsichtsratschef der DuMont Mediengruppe ist, warnte erneut vor einer Marktdominanz von «mächtigen Plattformen wie Google, Facebook oder Amazon». Ihre Macht stelle für die Gesellschaft und die Meinungsbildung «eine erhebliche Gefahr» dar, da sie den Zugang zu Informationen zunehmend dominierten. Hier müsse die Politik regulierend einschreiten.

DuMont Schütte sprach bei der Tagung von «einem tiefgreifenden wirtschaftlichen Umbruch» der Branche. So sei die Auflage aller verkauften Zeitungen in NRW im 1. Quartal 2019 im Vorjahresvergleich um 4,3 Prozent auf rund 2,8 Mio. Exemplare gesunken. Gleichzeitig sei der Verkauf von ePaper-Ausgaben in NRW um 15 Prozent auf 204 000 Exemplare gestiegen. Die NRW-Zeitungstitel erreichten 77 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Dem ZVNRW gehören 39 Zeitungsverlage an.

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