Mutter in Untersuchungshaft
Weitere Ermittlungen nach Babyfund in zugeknotetem Müllsack

Wie konnte das geschehen? Eine Neugeborenes steckt in einem zugeknoteten Müllsack im Garten hinter dem Haus. Die Mutter soll dafür verantwortlich sein. Die Ermittler suchen Antworten.

Dienstag, 18.06.2019, 06:02 Uhr aktualisiert: 18.06.2019, 07:54 Uhr
Blick auf den Fundort eines neugeborenen Mädchens in einem Garten in Kierspe.
Blick auf den Fundort eines neugeborenen Mädchens in einem Garten in Kierspe. Foto: Markus Klümper

Kierspe (dpa/lnw) - Nach dem gerade noch rechtzeitigen Fund eines Neugeborenen in einem zugeknoteten Müllsack im Märkischen Kreis gehen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiter.

Die Mutter des kleinen Mädchens, das inzwischen nicht mehr in akuter Lebensgefahr schwebt, sitzt in Untersuchungshaft in der JVA Köln . Die Ermittler wollen sie ausführlich befragen, wie sie am Montag ankündigten. Wann genau, teilten sie nicht mit. Eine Mordkommission ermittelt derzeit wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.

Drei Stunden im Müllsack

Polizisten hatten am Freitag das noch namenlose Mädchen gefunden, das dessen Mutter kurz nach der Geburt im Garten ihres Wohnhauses in Kierspe bei Lüdenscheid abgelegt haben soll. Bei der Suche nach einem Neugeborenen hatten die Beamten einen blauen Müllsack in einem Gebüsch entdeckt, aus dem sie ein Wimmern hörten, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Montag mitgeteilt haben.

Das Baby war demnach komplett in zwei Handtücher gewickelt. Es habe etwa drei Stunden zusammen mit Hausmüll in dem Müllsack gelegen. Nach Einschätzung der zuständigen Staatsanwaltschaft Hagen sei der Sauerstoff in der Mülltüte «mit Sicherheit bald sehr knapp» geworden. Die Körpertemperatur des Mädchens habe nur noch bei 31 Grad gelegen, als es gefunden worden sei. Es wird weiter im Krankenhaus versorgt.

Aufmerksame Ärztin

Die 31 Jahre alte Mutter habe das Ganze mit Ängsten erklärt, teilten die Ermittler zunächst mit. Sie lebe mit ihrem Verlobten und einer gemeinsamen einjährigen Tochter zusammen. Die Frau ist bisher laut Polizei nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Es lägen auch keine Informationen vor, dass sie beim Jugendamt auffällig geworden wäre. Sie habe alles getan, um die Schwangerschaft geheim zu halten.

Der Lebenspartner sei bei den Blutungen der Frau von einem Magen-Darm-Infekt ausgegangen und habe einen Krankenwagen gerufen, obwohl sie das nicht gewollt habe. Eine Ärztin habe gemeldet, dass es eine Geburt gegeben haben müsse. Daraufhin suchten Polizisten.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6699661?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F22265%2F
Münsteraner ist neuer Poker-Weltmeister
Zehn Millionen Dollar Preisgeld: Münsteraner ist neuer Poker-Weltmeister
Nachrichten-Ticker